Samstag, 26.05.2012
Lichte Kronen: Buchen in schlechtem Zustand
Berlin - Deutschen Buchen geht es schlecht: 57 Prozent haben zu wenig Laub in den Kronen. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Waldzustandsbericht des Landwirtschaftsministeriums hervor.
Zu viele Bucheckern, zu trockenes Frühjahr: Jede zweite Buche hatte deswegen 2011 zu wenig Blätter.
© Thomas Günther/aboutpixel
Die meisten Laubbäume in Deutschland sind Buchen. Jede zweite davon hatte 2011 eine zu lichte Krone. Das Landwirtschaftsministerium meint, dass vor allem die üppige Menge an Bucheckern, die die Bäume 2011 bildeten, dafür verantwortlich war. Mehr als 90 Prozent der fortpflanzungsfähigen Buchen hätten 2011
Bucheckern getragen - so viele nie zuvor registriert. "Dieser natürliche Prozess bremst den Holzzuwachs und führt zu einer
vermehrten Baumkronen-Verlichtung."
Allerdings könne das den schlechten Zustand nicht allein
erklären. Eine Rolle gespielt haben dürfte auch die angespannte
Wasserversorgung. In weiten Teilen Deutschlands sei es im Januar und
Februar und auch in mehreren Frühlingsmonaten zu trocken gewesen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht in dem Rekordhoch
bei Bucheckern dagegen ein Alarmsignal. Ursachen seien Stress durch
Wetterextreme und hohe Belastungen durch Ammoniak und Stickoxide aus
Landwirtschaft und Verkehr.
Wald steht insgesamt etwas schlechter da
Spürbar erholt haben sich Eichen. Bei ihnen sank der Anteil stark beschädigter Baumkronen nun um
zehn Prozentpunkte auf 41 Prozent. Ursache: Es gab unter anderem
weniger Schäden durch Schmetterlingsraupen und kaum Mehltau-Befall.
Bei Fichten gab es nun eine leichte Steigerung auf 27 (Vorjahr: 26)
Prozent. Der vielerorts verregnete Sommer hatte dafür gesorgt, dass
eine drohende Massenvermehrung von Borkenkäfern noch aufgehalten
wurde, wie die Experten erläuterten.
Bei Kiefern war der Anteil mit
deutlichen Kronenschäden mit 13 Prozent konstant.
Der Zustand des deutschen Waldes hat sich insgesamt
leicht verschlechtert. Deutliche Schäden an den Kronen hatten im vergangenen Jahr 28 Prozent
aller Laub- und Nadelbäume, wie das Bundesagrarministerium. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als
2010. Dagegen ging der Anteil mit leichten Schäden von 39 auf 35
Prozent zurück. Keine Schäden hatten der Erhebung zufolge 37 Prozent
der Bäume nach zuvor 38 Prozent.
Forsttechnik im Sturmeinsatz
dpa/pd
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.