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In der Europäischen Union wurde im Jahr 2003 eine Fläche von 156 Millionen Hektar bewirtschaftet. Das ergab eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, dem 2003 erstmals auch ausführliche Daten über alle neuen Mitgliedstaaten der EU-25 vorlagen. 156 Millionen Hektar, das ist grob überschlagen fast die dreifache Landesfläche Frankreichs, dem größten Land der Europäischen Union.
Agrarriese Frankreich
Die Französische Republik ist auch der Staat mit dem größten Anteil landwirtschaftlich genutzter Fläche in der EU. Mit rund 28 Millionen Hektar bewirtschaftete es im Jahr 2003 nicht ganz ein Fünftel davon, genauer 18 Prozent. Mit rund 25 Millionen Hektar (16 Prozent) besetzte Spanien Platz zwei dieser Rangliste. Es folgte Deutschland auf Platz Nummer drei, es bewirtschaftete rund 17 Millionen Hektar und damit 11 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der EU. Gleich darauf sind das Vereinigte Königreich auf Platz vier, danach Polen und Italien zu nennen.
Die meisten Betriebe gibt es in Polen
Eine andere Rangfolge hingegen präsentiert der Blick auf die Verteilung der landwirtschaftlichen Betriebe in der Europäischen Union. 9,9 Millionen Bauernhöfe wurden im Jahr 2003 in der EU erfasst. Die meisten davon lagen zu diesem Zeitpunkt in Polen, nämlich rund zwei Millionen. Zusammen mit Italien, Spanien, Griechenland und Ungarn beheimatete es fast 70 Prozent aller Betriebe in der Europäischen Union. Das EU-weit größte Agrarland Frankreich rangierte erst auf Platz sechs in der Liste. Deutschland folgte mit rund 400.000 Betrieben auf Platz sieben.
Tschechische Betriebe haben die größte Flächenausstattung
Die unterschiedliche Verteilung von landwirtschaftlich genutzter Fläche und Zahl der Betriebe in den Mitgliedstaaten deutet an, dass der Ländervergleich der Betriebsstrukturen ein äußerst heterogenes Bild zeigt.
So konnte die Tschechische Republik mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3,6 Millionen Hektar und rund 46.000 Betrieben eine stolze durchschnittliche Flächenausstattung von 79 Hektar vorweisen. Vergleichsweise große Betriebsflächen waren auch bei den Betrieben im Vereinigten Königreich (57 Hektar), in Dänemark (55 Hektar), Luxemburg (52 Hektar), Schweden (46 Hektar) und Frankreich (45 Hektar) zu finden. In Deutschland wurden im Jahr 2003 durchschnittlich 41 Hektar von einem Betrieb bewirtschaftet.
Das zweitgrößte Agrarland Spanien verfügte 2003 hingegen lediglich über eine durchschnittliche Betriebsgröße von 22 Hektar. Polen, im Flächenvergleich an fünfter Stelle, und Italien, an sechster Stelle, brachten es gerade einmal auf durchschnittlich sieben Hektar je Betrieb. Auch Ungarn und Griechenland blickten mit sechs bzw. fünf Hektar auf relativ kleine Betriebsstrukturen.
Kleinbetriebe prägen Mittelmeerländer, Polen und Ungarn
Sowohl die genannten Mittelmeerländer als auch Polen und Ungarn sind durch besonders viele Betriebe unter zwei Hektar geprägt. Im Jahr 2003 brachten sie es zusammen auf ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU. Sie bewirtschafteten aber lediglich zwei Prozent der gesamten Fläche. Viele Großbetriebe in Frankreich und einigen Nachbarstaaten In der Betriebgrößenklasse über 100 Hektar war der Löwenanteil von 30 Prozent in Frankreich zu finden. Gemeinsam mit Spanien (18 Prozent), dem Vereinigten Königreich (14 Prozent) und Deutschland (10 Prozent) bewirtschaftete es 45 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche der EU. Und das, obwohl diese Länder nur über drei Prozent aller Betriebe in der EU verfügten.
Sinkende Betriebszahlen bei gleich bleibender Fläche
Ein Vergleich der Agrarstatistiken aus den Jahren 1995, 1997, 2000 und 2003 erlaubte den Statistikern aus Wiesbaden auch Aussagen über die Entwicklung der Landwirtschaft in den Mitgliedstaaten der EU-15. Demnach sank die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe während dieser Zeitspanne um 15 Prozent, während sich der Umfang der landwirtschaftlich genutzten Fläche lediglich um zwei Prozent reduzierte. Den größten Verlust an Betrieben hatte Dänemark mit 29 Prozent zu verzeichnen, gleich darauf folgten Deutschland mit 27 Prozent und die Niederlande mit 24 Prozent. Nur in Griechenland und im Vereinigten Königreich konnte eine Steigerung der Betriebszahlen um drei bzw. 20 Prozent beobachtet werden.
Der Strukturwandel in der EU-15 zwischen 1995 und 2003 wurde zum einen dadurch deutlich, dass Betriebe in der Größenklasse zwischen zwei und 50 Hektar in den meisten Mitgliedstaaten zurückgingen, solche in der Größenklasse 100 Hektar und mehr hingegen zunahmen, teilweise um mehr als das Doppelte, wie die Statistiker feststellten.
(Quelle: Statistisches Bundesamt, Im Blickpunkt: Landwirtschaft in Deutschland und der EU 2006)

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