Samstag, 26.05.2012
BDM demonstriert für schnelle Erkenntnisse im Sektor Milch
Bonn - Mit einer Demonstration vor dem Bundeskartellamt forderten BDM-Mitglieder einen schnellen Abschlussbericht der Sektoruntersuchung Milch.
Von links nach rechts: BDM-Vorstand Stefan Mann, NRW-Landesteamleiter Michael Braun und BDM-Vorsitzender Romuald Schaber beim „Weckruf“ vor dem Bundeskartellamt.
© BDM
Die Milcherzeuger des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. richteten am Montag vor dem Bundeskartellamt in Bonn mit vielen klingelnden Weckern einen symbolischen Weckruf an die schwarz-gelbe Bundesregierung. Die Mitglieder forderten das Bundeswirtschaftsministerium auf, das Kartellamt personell besser
aufzustellen. Sie wollen erreichen, dass relevante Erkenntnisse für die
weitere Gestaltung der Märkte in Zukunft rechtzeitig vorliegen.
Romuald Schaber: 'Milchpaket idealisiert Genossenschaftsmodell'
Auf EU-Ebene werde in den nächsten Wochen
mit der Beratung und Verabschiedung des Milchpakets der EU-Kommission
wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Milcherzeugung getroffen. "Die bisherigen Vorschläge des
Milchpakets idealisieren das Genossenschaftsmodell. Der Zwischenbericht
des Kartellamts hat aber gerade festgestellt, dass in diesem Bereich das
Marktmachtgefälle am stärksten zu Ungunsten der Milcherzeuger
ausfällt", erklärt der
BDM-Vorsitzende Romuald
Schaber und schließt daraus: "Kommt der Abschlussbericht der
Sektoruntersuchung Milch nicht rechtzeitig, laufen wir Gefahr, dass das
Milchpaket aufgrund völlig falscher Annahmen zur Marktsituation
verabschiedet wird. Für die Milcherzeuger bedeutet dies, dass sie auch
künftig von einer echten Marktteilnahme ausgeschlossen sind."
Preisforderungen der Milcherzeuger kaum durchsetzbar
In Deutschland analysiert das Bundeskartellamt bereits seit 2008
die strukturellen Probleme im Milchsektor. "Grundsätzlich haben weder
private noch genossenschaftlich organisierte Molkereien den Anreiz, im
Interesse der Milcherzeuger einen möglichst hohen Milchauszahlungspreis
zu zahlen. Die Gewinnmaximierungsstrategie eines jeden
weiterverarbeitenden Unternehmens ist darauf gerichtet, die
Beschaffungskosten möglichst gering zu halten", so das Bundeskartellamt
2009.
Die eigentliche Problematik liege jedoch in dem "Machtgefälle zu
Lasten der Erzeuger", das es "trotz der vertikalen Integration vieler
Erzeuger in genossenschaftliche Molkereien" gebe, so der
BDM. Aufgrund dieser
Benachteiligung seien Preisforderungen der Milcherzeuger kaum
durchsetzbar.
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