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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Politik » Politik national » Wegebau ]
Samstag, 04.02.2012
Politik national | 17.08.2010

VTG fordert neue Richtlinien für den ländlichen Wegebau

Neckarsulm - In Deutschland sind mittlerweile viele Feldwege sanierungsbedürftig, zumal in den vergangenen Jahrzehnten die Maschinen in der Landwirtschaft deutlich schwerer und breiter geworden sind.

© Agrarfoto
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© Agrarfoto

Darauf hat der Verband der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg (VTG) hingewiesen und neue Richtlinien für den ländlichen Wegebau gefordert. "Auch bei neu angelegten Feldwegen beklagen Landwirte immer wieder, dass sie mit ihren Maschinen kaum um die Kurven kommen", skizzierte VTG-Präsident Waldemar Westermayer, selbst Landwirt, die aktuelle Lage.

Hätten die Fahrzeuge in der Landwirtschaft früher eine Breite von 2,5 Meter bis drei Meter aufgewiesen, seien es heute häufig 3,5 Meter bis vier Meter, stellte VTG-Geschäftsführer Lothar Schlesinger ergänzend fest.

Bisherige Vorgaben passen nicht mehr

Feldwege mit einer Breite von drei Meter reichten vielfach nicht mehr aus. Begegnungen mit Fußgängern oder Radfahrern würden so zur Maßarbeit. Hinzu komme, dass der Unterbau vieler Feldwege nicht auf die schweren Maschinen ausgelegt sei. Habe ein Schlepper früher mit einem Eigengewicht von 1,5 bis zwei Tonnen einen Wagen mit zwei bis drei Tonnen gezogen, wiege ein Schlepper heute teilweise Acht bis 10 Tonnen und könne beispielsweise ein Güllefass von 30 Tonnen ziehen, erläuterte Schlesinger. So könnten gerade im Winter die Wege aufreißen, da sie häufig nicht entsprechend frostsicher gebaut worden seien. Um dem entgegenzuwirken, habe die baden-württembergische Regierung im Zusammenhang mit den Konjunkturprogrammen in den Jahren 2009 und 2010 ein mit fünf Millionen Euro ausgestattetes Sonderprogramm für die Modernisierung ländlicher Wege aufgelegt. Die Kommunen erhielten für die Modernisierung der Wege einen Zuschuss von 75 Prozent.

Verbesserungsvorschläge liegen vor

Laut Angaben des VTG konnten von 600 Anträgen jedoch nur 75 Maßnahmen im Rahmen von 61 Flurneuordnungsverfahren umgesetzt werden. Weitere 160 Maßnahmen sollten in den kommenden Jahren verwirklicht werden. Auch in den Kommunen werde das Problem gesehen; vielen fehle allerdings das Geld bei Kosten von bis zu 150.000 Euro pro saniertem Kilometer Feldweg. Die Anforderungen an den Feldwegebau seien hoch, betonte der VTG, der dabei auf einen von Dr. Günther Lindenau von der Universität Rostock erstellten Anforderungskatalog verweist: Ein breiterer Ausbau der Wege auf 3,5 Meter mit einem Seitenstreifen von jeweils ein Meter, eine deutlich verbesserte Trägfähigkeit, die kontinuierliche Pflege der Wege sowie der Ausbau von Brücken auf 4,5 Meter und eine Tragfähigkeit von 40 Tonnen.

Überarbeitung der Richtlinien bis Ende 2011

Auch wenn in begründeten Fällen trotz alter Richtlinien ein Umbau bestimmter Feldwege auf die veränderten Anforderungen jetzt schon möglich sei, sei dies eher die Ausnahme als die Regel, führte der VTG aus. Deshalb würden derzeit die Richtlinien für den ländlichen Wegebau von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) überarbeitet. In den Gremien seien auch Mitarbeiter des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums vertreten. Die Überarbeitung solle bis Ende 2011 abgeschlossen sein. (AgE)

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