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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Getreide » Weizen-Analyse ]
Samstag, 26.05.2012
Getreide | 28.10.2011 Redaktion agrarheute.com

Unter die Lupe genommen: Börsenanalyse Weizen

Mannheim - Auf dem Weizenmarkt spielt derzeit verstärkt das Angebot und die Preisgestaltung des russischen Getreides eine Rolle.
Matif Weizen Januar 2012: Die Weizenkurse an der Matif konnten sich in den letzten Tagen von ihren Tiefständen erholen. © d:trader
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Matif Weizen Januar 2012: Die Weizenkurse an der Matif konnten sich in den letzten Tagen von ihren Tiefständen erholen.
© d:trader
Während sich die Gespräche der Marktteilnehmer allgemein in den letzten Tagen und Wochen verstärkt um das Thema Schuldenkrise und Griechenland drehten, kommt im Weizen-Segment noch zusätzlich verstärkt das Angebot und die Preisgestaltung des russischen Getreides zur Sprache. International macht zur Zeit einfach die Schwarzmeerregion das Geschäft.
 
Die Weizenkurse an der Matif konnten sich in den letzten Tagen von ihren Tiefstständen erholen. Wir betrachten hier den Kontrakt für Termin Januar. Nach dem zweimaligen Testen des Tiefststandes bei 177,75 Euro je Tonne (€/to) hat sich auf diesem Niveau eine stabile Unterstützung gebildet. Der Kurs hatte sich bis zum charttechnischen Widerstand bei 186,75 €/to erholt, jedoch mit sehr dünnen Umsätzen, was sich als Bullenfalle entpuppte. Dadurch erscheint ein erneutes Testen des alten Tiefs bei 177,75 €/to wahrscheinlich. Derzeit befinden sich die Oszillatoren im neutralen Bereich.

Aktuelles aus dem Weizenmarkt

  • EU: 
    Das französische Analystenhaus Stratégie Grains legte in seinem Oktober-Bericht die Eckdaten für die deutsche Versorgungsbilanz 2011/12 wie folgt zugrunde:

    • Ernte: 23,0 Millionen Tonnen;
    • Importe: 3,02 Millionen Tonnen;
    • Inlandsverbrauch: 19,78 Millionen Tonnen (davon für Mischfutter: 4,9 Millionen Tonnen);
    • Exporte EU: 3,88 Millionen Tonnen;
    • Exporte in Drittländer: 2,45 Millionen Tonnen und
    • Endbestand: 1,85 Millionen Tonnen.
Laut Statistischem Bundesamt exportierte Deutschland in den ersten beiden Monaten der laufenden Saison 460.000 Tonnen Weizen in andere EU-Länder (gleicher Vorjahreszeitraum: 650.000 Tonnen) und 216.000 Tonnen in Drittländer (Vorjahr: 383.000 Tonnen). Die Exporte müssen in den kommenden Monaten erheblich gesteigert werden, um die bereits gegenüber den in 2010/11 realisierten Exporten um rund 1,4 Millionen Tonnen reduzierten Zielvorgaben in 2011/12 überhaupt zu erreichen, wobei die Drittlandsexporte in Höhe von 2,45 Millionen Tonnen unserer Meinung nach aus heutiger Sicht illusorisch sind. Die Exporte in andere EU-Länder könnten dagegen sogar etwas höher ausfallen.
  • Weltweit
    Laut einer Statistik des russischen Analystenhauses SovEcon hat Russland im 1.Quartal der Saison 2011/12 eine Menge von 8,48 Millionen Tonnen Weizen (ohne Mehl) exportiert. Hauptabnehmer waren Ägypten mit 2,36 Millionen Tonnen und die Türkei mit 1,18 Millionen Tonnen. Die Ausfuhren im Oktober werden mit 2,9 Millionen Tonnen veranschlagt. Damit könnten sich die Weizenexporte in den ersten 4 Monaten auf etwa 11,38 Millionen Tonnen summieren. Ein absoluter Rekordwert, der selbst in den Spitzenjahren 2008/09 mit 8,08 Millionen Tonnen und 2009/10 mit 6,98 Millionen Tonnen nicht annähernd erreicht wurde. In diesen beiden Wirtschaftsjahren beliefen sich die Gesamtexporte auf jeweils rund 18,0 Millionen Tonnen.

    Nach unserer Einschätzung stehen für den Rest der laufenden Kampagne noch circa 6,6 Millionen Tonnen zur Verfügung. In Anbetracht dieser überschaubaren Menge gehen wir davon aus, dass die Preise für russischen Weizen in den kommenden Wochen fester tendieren sollten. Davon würde nicht nur die Konkurrenz in der Schwarzmeerregion, sondern sicherlich auch die EU-27 profitieren. Außen vor bliebe einzig und allein die USA.

    Der Preis für US Soft Red Winterweizen für Abnahme Januar fob Golf von Mexiko lag gestern bei 270 Dollar je Tonne ($/to). Der letzte geschlossene Tender russischen Weizens nach Ägypten wurde zum Preis von 243,44 $/to gestern geschlossen. Die Seefracht nach Ägypten ist mit rund 37,-$/to aus dem Golf von Mexiko rund 20,-$/to teurer als aus dem Schwarzen Meer. Damit summiert sich die Preisdifferenz zwischen US- und russischem Weizen auf über 45,-$/to!
Gerne informieren wir Sie zweimal pro Woche in unserem KS Agrar Rohstoffbrief. mehr...

ks agrar
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