Das europäische Analystenhaus Strategie Grains erwartet 2012 eine größere Getreideernte als 2011. Gleichzeitig korrigierte das Analystenhaus seine Schätzung für die aktuelle europäische Getreideernte 2011/12 nochmals nach oben.
Die EU, Argentinien und die Schwarzmeerländer spielen beim Weizenexport eine große Rolle. Die Bestände gehen jedoch stark zurück - prognostiziert der IGC.
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Damit geht Strategie Grains von einer
Getreideernte 2011/12 in Höhe von 285 Millionen Tonnen aus - 1,2 Millionen Tonnen mehr als in der letzten Schätzung. Im Hinblick auf die neue Ernte weisen die Analysten zudem auf das trockene und zu warme
Wetter in Teilen Europas hin und auf die möglichen Folgen für die Entwicklung des Getreides.
Für die kommende Ernte 2012 erwartet Strategie Grains eine
Gesamtproduktion von 290 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide und damit fünf Millionen Tonnen mehr als
2011. Allerdings ist diese Prognose wegen der möglichen Wettereinflüsse
noch sehr unsicher. In einer Reihe von Ländern hat der trockene Herbst
nach Einschätzung von Strategie Grains zu hervorragenden
Aussaatbedingungen und einer Ausweitung des Anbaus bei Wintergetreide
geführt. Dies trifft unter anderem auch auf Deutschland zu.
Gleichzeitig fehlt den Böden wegen des trockenen Herbstes oftmals
ausreichend Feuchtigkeit. Wegen des vergleichsweise warmen Wetters sind
die Pflanzen zudem relativ weit entwickelt und plötzlicher Frost könnte
zu erheblichen Schäden führen. Für eine gute Entwicklung der
Wintersaaten sind nach Einschätzung von Strategie Grains mehr Regen und
niedrigere Temperaturen nötig.
Mehr Weizen und weniger Mais
Für die kommende Ernte 2012 schätzt Strategie Grains die europäische
Weichweizenproduktion auf 133,3 Mio. t und damit geringfügig kleiner als
im Dezember, jedoch fast vier Millionen Tonnen größer als in diesem Jahr. Die
Maisernte sieht Strategie Grains bei 62,3 Mio. t und damit größer als
bei der letzten Schätzung. Hier nimmt man an, dass Rumänien und Ungarn
wegen der schlechten Aussaatbedingungen für Raps, ihre Maisflächen
weiter ausweiten. Im Vergleich zur Rekordente in diesem Jahr
(insbesondere in Südeuropa) wäre die Maisproduktion jedoch rund drei Millionen Tonnen
kleiner.
Die europäische
Gerstenernte erwartet Strategie Grains bei
54,5 Mio. t. Im Vergleich zu 2011 wäre dies eine Zunahme um fast drei Millionen Tonnen.
Die europäische Weichweizenernte für das aktuelle Wirtschaftsjahr
2011/12 wird jetzt auf 129,5 Mio. t veranschlagt und damit etwas höher
als im Dezember. Speziell in Polen war die Ernte 0,3 Mio. t größer als
bei der letzten Prognose unterstellt. Die europäische
Maisernte für 2012
wird jetzt auf 65,3 Mio. t geschätzt und damit nochmals 0,7 Mio. t
höher als bei der letzten Prognose. Unter anderem wurde die rumänische
Ernte nochmals nach oben geschätzt und auch Spaniens und Österreichs
Produktionsmengen fielen größer aus. Bei Mais wäre dies ein neuer
Produktionsrekord.
Bei
Gerste liegt die europäische Produktionsmenge
2011 jetzt bei 51,8 Mio. t und damit etwas unter der letzten Prognose.
Hier erfolgten Korrekturen im Vereinigten Königreich und in Polen nach
unten.