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Russland verhängte wegen Dürre und Bränden einen Exportstopp für Getreide. Diese Restriktion war eine der Ursachen, die für den rasanten Preisanstieg verantwortlich sind. Der weltweit drittgrößte Weizenerzeuger mit einer Jahresproduktion von bis zu 100 Millionen Tonnen erwartet in dieser Saison einen Ernteausfall von 20 Prozent.
Die Nachbarländer Ukraine und Kasachstan, ebenfalls wichtige Weizenexporteure, befürchten ähnlich große Missernten. Auch Kanada rechnet in diesem Jahr mit erheblichen Ausfällen aufgrund einer anhaltenden Dürreperiode. Die Weltbank warnte bereits wichtige Weizenexporteure davor, Ausfuhrstopps zu verhängen, da es ansonsten zu einer neuen Nahrungsmittelkrise kommen könnte.
Zehn Prozent geringere Ernte in Deutschland erwartet
In Deutschland müssen laut dem Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Manfred Nüssel, die Landwirte in manchen Regionen Ertragseinbussen bis zu 30 Prozent verkraften. Bundesweit geht man von einer rund zehn Prozent geringeren Getreideernte als im vergangenen Jahr aus.
Spekulanten verursachen künstlichen Preisanstieg
Negative Ernteprognosen aus wichtigen Exportländern prägen auch den deutschen Markt. "Die Meldung des Exportstopps in Russland hat zu einer regelrechten Schockreaktion auf unseren Märkten geführt. Spekulanten engagierten sich dadurch verstärkt an den Warenterminbörsen und befeuerten so den Preisanstieg künstlich," erklärt der Experte für Pflanzenbau, Öle und Bioenergie des Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), Martin Schraa im Gespräch mit agrarheute.com.
Deutsche Erzeuger profitieren
Landwirte in Deutschland können derzeit von den hohen Erzeugerpreisen an den Terminmärkten profitieren. "Mitte August sind die Preise im Norden Deutschlands frei Erfasser bei 185 Euro für Brotweizen und damit um etwa 55 Euro seit Ende Juni gestiegen. A-Weizen bewegt sich in Norddeutschland im Moment bei 190 Euro und E-Weizen zum Teil sogar bei 200 Euro Tonne und darüber," erklärt der AMI-Experte.
Weiter steigende Futterpreise erwartet
Die Preise für Mischfutter sind ebenfalls bereits seit etlichen Wochen erhöht. Insgesamt meint Martin Schraa, seien die Futterpreise noch auf relativ niedrigem Niveau. Ein weiterer Preisanstieg, der sich auch auf die Endprodukte auswirken kann, wird erwartet. Der Bäckerverband kündigte bereits Preiserhöhungen an. „Der Getreidepreis hat mit etwa vier Prozent nur einen geringen Anteil am Brot“, erklärt Schraa und sieht damit keine große Preiserhöhung gerechtfertigt.
Risiken streuen
Landwirte, die vor der Ernte Kontrakte zu niedrigeren Preisen abgeschlossen haben sind trotz der positiven Marktentwicklungen vertraglich an die alten Preise gebunden. Grundsätzlich rät Martin Schraa betriebswirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen, das Risiko im Vorfeld abzustecken und zu streuen. "Die Karten werden jedes Jahr neu gemischt, so dass man keine Regel für die nächsten Jahre ableiten kann. Teilmengen zurückzuhalten und sich Möglichkeiten für spätere Verkäufe offenzuhalten ist aber sinnvoll, " erklärt Schraa.
Flächenausdehnung ist nicht auszuschließen
Bereits 2010 wurde die Anbaufläche von Weizen in Deutschland um drei Prozent erhöht. Martin Schraa hält es durchaus für möglich, dass die Anbaufläche zur nächsten Vegetationsperiode erneut ansteigt. "Die Aussaatentscheidungen stehen langsam an. Entscheidend für die Landwirte werden dabei die Relationen zwischen den Raps- und Weizenpreisen sein", meint Martin Schraa.
Markt hat Luft nach oben und unten
Wie sich die Preise mittel- und langfristig entwickeln werden, ist laut Schraa derzeit schwer zu prognostizieren. "Erst die wirklichen Ernteergebnisse werden Gewissheit über verfügbare Mengen liefern und die weiteren Preisentwicklungen zeigen. Die sehr hohen Preise gehen allerdings im Moment wieder etwas zurück." Auch das Thema Schwarzmeerexport sei noch längst nicht erledigt. Abwärtsprognosen für die Ernte in Russland, sowie mögliche Exportrestriktionen in der Ukraine und Kasachstan könnte laut Schraa weitere positive Preiseffekte für deutsche Erzeuger haben.
Keine Versorgungsengpässe erwartet
"Der Bedarf an Getreide für die Herstellung von Bioethanol spielt in Europa nur eine geringe Rolle und wird wenig Einfluss auf die europäischen Märkte haben, " prognostiziert Martin Schraa. Wie aus einer Schätzung der EU-Kommission für das Wirtschaftsjahr 2010/11 hervorgeht, sollen in Europa etwa zehn Millionen Tonnen Getreide versprittet werden. Dies ist gemessen am Gesamtverbrauch äußerst wenig.
Ernsthafte Versorgungsengpässe bei Getreide erwartet der AMI-Experte nicht. Die weltweiten Lagerbestände belaufen sich auf etwa zwei Millionen Tonnen Weizen. "Die Endbestände werden in diesem Jahr nicht so komfortabel ausfallen wie anfangs erwartet, dennoch werden sie reichlich sein", schätzt er. (bem)

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| Raps | 448,00 Euro/t | zur dlz-Prognose |
| Weizen | 216,00 Euro/t | zur dlz-Prognose |
| Mais | 205,75 Euro/t | zur dlz-Prognose |
| Kartoffeln | 7,30 Euro/dt | zur dlz-Prognose |
| Braugerste | 260,00 Euro/t | zur dlz-Prognose |
| Jungbullen U3 | 3,87 €/kg | zur dlz-Prognose |
| Kühe R3 | 3,15 €/kg | zur dlz-Prognose |
| Milch | 0,00 Cent/kg | zur dlz-Prognose |
| Ferkel NS | 55,70 €/St. | zur dlz-Prognose |
| Schweine 56% | 1,60 €/kg | zur dlz-Prognose |
| Sojaschrot | 294,00 €/t | zur dlz-Prognose |
| Rapsschrot | 194,00 €/t | zur dlz-Prognose |