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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Umwelt » Welternährungslage ]
Samstag, 26.05.2012
Umwelt | 31.01.2012 Redaktion agrarheute.com

Welternährungslage bleibt angespannt

München - Die Weltbevölkerung steigt stetig. Eine langfristige Ernährungssicherung kann nur durch nachhaltige Förderung des Agrarsektors erreicht werden.
Einkommen schaffende Maßnahmen müssen für diejenigen gemacht werden, die in den Gebieten leben, in denen es Hunger gibt.© qayyaq/pixelio.de
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Einkommen schaffende Maßnahmen müssen für diejenigen gemacht werden, die in den Gebieten leben, in denen es Hunger gibt.
© qayyaq/pixelio.de
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), betrug die Zahl der Hungernden im letzten Jahr circa 925 Millionen Menschen, bei einer Gesamtbevölkerung von ungefähr 6,9 Milliarden Menschen. Bis 2050 wird ein Anstieg der Weltbevölkerung auf über neun Milliarden Menschen erwartet. Prognosen besagen, dass die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln bis dahin auf bis zu 70 Prozent ansteigen könnte.
 

Ernährung geht vor Biosprit

Gleichzeitig gewinnt der Trend der Bioenergie vom Acker an Bedeutung. Laut Vorhersagen von Prof. Dr. Matin Qaim, Leiter des Lehrstuhls Welternährungswirtschaft und Rurale Entwicklung an der Georg-August-Universität Göttingen werden bis 2020 etwa 15 Prozent des globalen Maises und Pflanzenöls sowie 30 Prozent des Rohrzuckers für Biosprit verwendet. Das könnte die Situation der Nahrungsmittelversorgung weiter verschärfen. „Manchmal gibt es sinnvolle Investitionen in Biosprit, Brasilien ist so ein Beispiel, wo durch den Export von Pflanzen die für Biosprit genutzt werden, auch Einkommen geschaffen wird. Aber immer überall da, wo durch die Produktion von Biosprit Ernährung gefährdet wird, sagen wir Ernährung geht vor Biosprit“, so Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Nachhaltige Landwirtschaft fördern

Langfristig kann die Ernährung nur gesichert werden, wenn der Agrarsektor nachhaltig gefördert wird. Dabei sind Bevölkerungswachstum, steigende Energie- und Rohstoffnachfrage, Klimawandel sowie die unterschiedliche Ressourcenausstattung, Struktur und Kultur der verschiedenen Länder mit in den Blick zu nehmen.
 
Die Präsidentin der Welthungerhilfe sieht das Hauptproblem des weltweiten Hungers in der ungleichen Verteilung der Einkommen. Die landwirtschaftliche Überproduktion in Industrieländern kann ihrer Meinung nach kaum dazu beitragen, den Hunger in armen Ländern zu beseitigen. „Die deutsche Landwirtschaft produziert viel, das heißt sie kann zur Ernährung in der Welt beitragen, allerdings muss dann das Einkommen der armen Menschen so hoch sein, dass sie deutsche Produkte kaufen können“, sagt Bärbel Dieckmann.
 

Einkommen langfristig sichern

Die Förderung der Kleinbauern in den Entwicklungsländern wäre daher ein wirkungsvoller Ansatz, die Armut zu bekämpfen. „Einkommen schaffende Maßnahmen müssen für diejenigen gemacht werden, die in den Gebieten leben in denen es Hunger gibt. Sie müssen so viel Geld mit den landwirtschaftlichen Produkten verdienen können, dass sie in der Lage sind, sich Lebensmittel zu kaufen“, so die Präsidentin der Welthungerhilfe. Ziel sollte es sein, durch eine wirtschaftliche und ökologische Landwirtschaft die Armut langfristig zu mindern.
 
Podcast: 'Ernährung geht vor Biosprit'
Wir sprachen mit Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe über die Welternährungslage und Strategien zur Bekämpfung des Hungers. anhören...
vm
Lesen Sie hierzu auch
  • Politik international UNO-Leitlinien für Umgang mit Ressourcen verabschiedet
  • Politik international Agrarminister bekennen sich zum weltweiten Kampf gegen Hunger
  • Video Grüne Woche: Landwirtschaft zum Anfassen
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Keywords Armut | Bioenergie | Bärbel Dieckmann | Einkommen | FAO | Hunger | Weltbevölkerung | Welthungerhilfe | nachhaltige Landwirtschaft | Überproduktion
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