Rom - Derzeit hungern weltweit rund 925 Millionen Menschen. Das geht aus einem am Montag präsentierten Bericht hervor. Es wurden aber auch Lösungsvorschläge präsentiert.
Welthungerbericht: Sicherheitsnetze schaffen, Produktivität erhöhen
Die hohe Volatilität der Nahrungsmittelpreise wird sich in den nächsten
zehn Jahren aufgrund der stärkeren Verknüpfung zwischen Agrar- und
Energiemärkten und häufiger auftretender Extrem-Wetterereignisse
fortsetzen, sodass bedürftige Bauern, Verbraucher und Länder noch
anfälliger für Armut und Nahrungsmittelknappheit werden. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten gemeinsamen Bericht der
UN-Organisationen FAO (Welternährungsorganisation), IFAD
(Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung) und W FP
(World Food Programme) hervor.
In einem Apell an die Regierungen werden transparentere und
berechenbarere Rahmenbedingungen gefordert, die private Investitionen
fördern und die Produktivität der landwirtschaftlichen Betriebe
langfristig erhöhen.
Zudem sollen gezielte Sicherheitsnetze entscheidend zur kurzfristigen Linderung von Nahrungsmittelknappheit beitragen.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind Länder, Völker und Haushalte unterschiedlich stark von den Preisschwankungen betroffen. Hauptbetroffene waren die Armen und Schwachen, insbesondere in Afrika, wo sich die Zahl der unterernährten Personen um acht Prozent zwischen 2007 und 2008 erhöhte. Während für Asien eine konstante Entwicklung beobachtet werden konnte.
Einige, überwiegend "große" Länder konnten ihre Lebensmittel-Märkte von den internationalen Turbulenzen durch eine Kombination von Handelsbeschränkungen, Sicherheitsnetze für die Armen und den Verkauf von Nahrungsmittelvorräten bewahren. Allerdings führte der eingeschränkte Handel wiederum zu erhöhten Preisen und Volatilität auf den internationalen Märkten, die in importabhängigen Ländern die Nahrungsmittelknappheit weiter verstärkten, so der Bericht.
In die Landwirtschaft investieren
Langfristige Investitionen in die Landwirtschaft würden Produktions-Risiken der Bauern und Preisschwankungen mildern. Kapital sollte vor allem in den Schlüsselbereichen wie Bewässerung, verbesserte Land-Management-Praktiken und besseres Saatgut durch landwirtschaftliche Forschung veranlagt werden.
Gefährlich: Restriktive Handelspolitik
Weiters ist in dem Bericht vermerkt, dass höhere Investitionen zusammen mit einer stärkeren politischen Berechenbarkeit und einer allgemeinen Offenheit für den Handel effektiver seien als Strategien wie zum Beispiel Ausfuhrverbote. Obwohl eine restriktive Handelspolitik die Inlandspreise vor internationalen Preisschwankungen schützen könne, erhöht sich häufig die Anfälligkeit für inländische Produktions-Schocks, indem die Preisvolatilität im betroffenen Land nicht abgebaut werden kann. Restriktive Handelspolitik wird deshalb auch als Risiko für steigende Volatilität und Preise auf den internationalen Märkten gesehen.