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Samstag, 26.05.2012
Betriebsführung | 24.08.2009

'Wichtige Informationsquelle für Landwirte gesichert'

Sachsen hat gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Erfassung der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte neu geregelt. Brandenburg möglichweise ebenfalls an der Erfassung teilnehmen.

Frank Kupfer© Werkbild
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Frank Kupfer
© Werkbild

Die Daten werden künftig für alle drei Länder durch das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern erhoben.

Die Neuregelung war notwendig geworden, nachdem die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle Berlin (ZMP) ihre seit 1990 durchgeführte Erfassung der Erzeugerpreise in den neuen Ländern zum 30. April 2009 eingestellt hatte. Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer begrüßte heute die Verständigung mit den anderen Ländern:

Kupfer: 'Kostengünstige Alternative gefunden'

"Die Erfassung der Preise landwirtschaftlicher Produkte ist eine wesentliche Voraussetzung für die Markt- und Preisberichterstattung in Gesamtdeutschland und somit auch in Sachsen. Mit der Bereitstellung der Daten erfüllen wir nicht nur Verpflichtungen gegenüber der EU-Kommission. Vor allem für unsere Landwirte sind die Daten sehr wichtig. Sie können mit Hilfe von aktuellen Preisen ihre Verkaufsstrategien festlegen und Schlussfolgerungen für die Entwicklung ihrer Betriebe ziehen". Durch die Zusammenarbeit sei darüber hinaus eine für alle teilnehmenden Länder kostengünstige Variante gefunden worden.

Brandenburg: 'Wollen nicht ausscheren'

Im Bemühen, die Erhebung von Marktdaten in Ostdeutschland neu zu regeln, bekennt sich auch Brandenburg zu einem einheitlichen Vorgehen. "Wir wollen nicht ausscheren", verlautete vergangene Woche aus dem Potsdamer Agrarressort. Vorangegangen war wenige Tage zuvor das Treffen der ostdeutschen Bundesländer in Berlin, bei dem sich Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt laut einer Mitteilung des Agrarressorts in Magdeburg auf eine gemeinsame Haltung verständigt hatten.

Thüringen: Landesanstalt für Landwirtschaft soll Informationen sammeln

Mecklenburg-Vorpommern hatte ein Angebot unterbreitet, neben den eigenen auch die Daten für Sachsen und Sachsen-Anhalt zu erheben, während in Thüringen die Landesanstalt für Landwirtschaft die Informationen sammeln will. Brandenburg war in der Mitteilung des Ministeriums nicht erwähnt worden. Aus dem Potsdamer Landwirtschaftsministerium hieß es nun, dem Angebot aus Mecklenburg-Vorpommern werde man sich möglicherweise anschließen.

Ergebnis der Ausschreibung abwarten

In Brandenburg will man aber erst einmal geklärt sehen, welche Daten genau weiterhin erfasst werden sollen und befürwortet auch, das Ergebnis einer Ausschreibung des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Marktberichterstattung und -analyse abzuwarten. Mit dieser Ausschreibung, an der die Bundesländer voraussichtlich mit einem Mittelvolumen von 40 Prozent beteiligt sein werden, will sich das Ministerium nach dem Ende der ZMP weiterhin den Zugang zu Marktexpertise sichern.

Der Zuschlag für die Ausschreibung wird allerdings erst im November erwartet. Wer die Ausschreibung gewinnt, müsste auf die in den Bundesländern erhobenen Primärdaten zurückgreifen. Als ein wichtiger Kandidat für die Ausschreibung gilt die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI).

Hintergrund: Wegfall der ZMP

Konkret geht es um die Erhebung von Daten, die nach dem Wegfall der Regionalstelle Ost der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) nicht mehr erfasst werden. Das Bundesverfassungsgericht hatte am 3. Februar 2009 das Absatzfondsgesetz für nichtig erklärt. Damit war auch der ZMP die Finanzierungsgrundlage entzogen worden. Während im Milch- und Fleischbereich gesetzliche Vorgaben die Kontinuität der Datenerhebung gewährleisten, klafft für pflanzliche Produkte eine Lücke, so bei Getreide, Kartoffeln und Ölsaaten.(pd/AgE)

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Keywords AMI | Frank Kupfer | Marktberichterstattung | ZMP
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