Pflanzenbau-Ratgeber Blattflecken an Rüben: Achtung Verwechslungsgefahr

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Derzeit treten in Zuckerrüben-Beständen verstärkt Blattflecken mit dunklem Rand und hellgrauem Hof auf. Der liz bringt Licht ins Dunkel.

Schadbild von Pseudomonas.

Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (liz) schreibt, treten zurzeit verstärkt Blattflecken mit dunklem Rand und hellgrauem Hof an Zuckerrüben auf.

Die Flecken

  • sitzen häufig entlang von Blattadern,
  • werden schnell größer und
  • reißen dann ein.

Laut liz sind die Blattflecken bakteriell verursacht (Pseudomonas).

Fungizide helfen nicht

Es handelt sich laut liz also nicht um einen pilzlichen Erreger wie zum Beispiel Cercospora, weshalb auch keine Fungizide helfen. Die Rüben entwickeln sich meist ohne Ertragsverlust normal weiter.

Gründe für das ungewöhnlich häufige Auftreten sind Blattverletzungen nach Starkniederschlägen und Wind bei nachfolgend feuchter Witterung.

Eine Übersicht der Rübenblattkrankheiten finden Sie hier.


Blattkrankheiten bei Zuckerrüben
  • Der Pilzbefall führt bis zur vollständigen Mumifizierung des Rübenkörpers.
  • Die Zysten sind die weiblichen Älchen (Nematoden) nach der Begattung durch die Männchen. In ihren aufschwellenden Hinterleibern bilden sich die Eier mit den Larven.
  • Cercospora-Blattflecken sind rund und variieren farblich von leuchtend orange-braun bis grau-braun.
  • Das Innere eines Flecks wird grau und stirbt ab.
  • Bei starkem Befall gehen die Flecken ineinander über ...
  • ... und können sehr viel Blattfläche zerstören.
  • Bei frühem Befall kann der gesamte Blattapparat zerstört werden.
  • Unter dem Kopf ist der Rübenkörper durch den Befall von Rübenkopfälchen torfmullartig verfault.
  • Im August werden die Schäden durch den Befall mit Rübenkopfälchen sichtbar.
  • Die ersten Mehltaupusteln sind unscheinbar.
  • Bei einem starkem Befall ist das ganze Blatt weiß wie mit Mehl bepudert.
  • Ein Fächer an Befallsstufen kann sich bei der Bestandeskontrolle ergeben.
  • Bei stärkerem Druck und optimalen Witterungsbedingungen für den Pilz ist der gesamte Bestand betroffen.
  • Nematodenresistente Zwischenfrüchte reduzieren den Verseuchungsgrad erheblich - im Bild Gelbsenf. (Foto: Schlathölter)
  • Bei schweren Befallssituationen können die Ertragseinbußen beträchtlich sein und bis zu 45 % betragen.
  • Durch ständige Neubildung von Seitenwurzeln bildet sich ein Wurzelbart.
  • Bei der späten Rübenfäule welken die Blätter von innen nach außen.
  • Im Frühstadium zeigen sich dunkelbraune, trockenfaule Flecken am Rübenkörper.
  • Sekundärinfektionen kommen hinzu und verstärken die Fäulnis.
  • Ein stark mit Rübenrost befallenes Zuckerrübenblatt.
  • Bei näherem Hinschauen erkennt man kleine aufplatzende pockenartige Erhebungen auf dem Blatt.
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