Brüssel - Nach Ansicht verschiedener Agrarwissenschaftler sind Direktzahlungen ein schlechter Ansatz für eine Reform der Agrarpolitik.
Die Landwirtschaftliche Rentenbank legte jetzt ihre Förderbilanz vor.
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Stattdessen sprechen die Wissenschaftler sich für eine Stärkung der Ländlichen Entwicklung (2. Säule) der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aus.
Wettbewerbsfähigkeit stärken
In 20 Jahren wird kaum noch von Direktzahlungen die Rede sein ", erklärte Giovanni Anania von der Universität von Kalabrien im italienischen Cosenza. Er gehört zu den Wissenschaftern, die sich in dieser Woche im Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes (EP) für ein stufenweises Auslaufen der Direktzahlungen aussprachen. Das wichtigste Ziel der GAP sei in den kommenden Jahren die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft, betonte Anania. Die Innovation lasse sich am besten über gezielte Anreize in der 2. Säule der GAP fördern.
Herausforderungen durch die Umwelt steigen
Um umweltfreundliche Produktionsweisen zu stützen, seien die Direktzahlungen ebenfalls kaum geeignet, erklärte Annette Freibauer vom Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig. Nach ihrer Ansicht steigen die Herausforderungen durch die Umwelt in den kommenden Jahren an. Treibhausgasemissionen und der Rückgang der Artenvielfalt seien nur zwei der ungelösten Probleme. Freibauer mahne deshalb einen effizienteren Einsatz von Düngemitteln an. Dies könnte nur über niedrigere Grenzwerte für Düngemittel und über gezielte Anreize in der 2. Säule bewirkt werden. Die von der Kommission vorgeschlagenen Umweltmaßnahmen in der 1. Säule weist die Wissenschafterin als unwirksam zurück. Die Kommission fordere, was ohnehin schon landwirtschaftliche Praxis sei, bemängelte Freibauer.
Buckwell: Ökologisierung der 1. Säule ist richtiger Ansatz
Allein der emeritierte britische Agrarprofessor Alan Buckwell hielt in der Anhörung im EP die Direktzahlungen für einen sinnvollen Reformansatz. "Nur über die Direktzahlungen werden alle Landwirte und alle Flächen erreicht ", argumentierte Buckwell. Es käme deshalb darauf an, glaubwürdige Auflagen an die Direktzahlungen zu knüpfen, um wenigstens ein Drittel der Agrarsubventionen in der 1. Säule besser vor der Öffentlichkeit rechtfertigen zu können. Die Agrarumweltpolitik laufe bisher hauptsächlich über die 2. Säule der GAP und dies mit nur mäßigem Erfolg. Der hohe Verwaltungsaufwand und die schwierige nationale Kofinanzierung setzen den ländlichen Förderprogrammen enge Grenzen. Deshalb ist es nach Ansicht von Buckwell richtig, in der Reform mithilfe der Direktzahlungen umweltfreundliche Produktionsweisen zu fördern.