Samstag, 26.05.2012
Kompost gezielt in die Reihe bringen
Witzenhausen - Am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel wurden zwei neue Gerätekombinationen entwickelt.
Diese Gerätekombination wurde vom Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften in Zusammenarbeit mit der Firma Grimme entwickelt.
© Bohne
Beteiligt waren die Fachgebiete Agrartechnik (Prof. Dr. Hensel) und Ökologischer Land- und
Pflanzenbau (Prof. Dr. Heß) sowie die Firma
Grimme Damme. Die Geräte sollen es ermöglichen, sowohl zur Leguminosensaat als auch beim Kartoffellegen eine genau definierte Menge Kompost der Kultur beizugeben.
Hintergrund der Entwicklung waren langjährige Untersuchungen zur Beeinflussung des Auftretens von Pilzkrankheiten durch organische Substanz. In Gewächshausversuchen fanden die Wissenschaftler der Universität Kassel-Witzenhausen heraus, dass sich eine Beimischung von Grüngutkompost zum Bodensubstrat befallsmindernd in Bezug auf verschiedene Pilzkrankheiten, auswirkt. Mit Kompostanteilen zwischen zehn und 50 Volumen-Prozent konnten bodenbürtige Pilze wie Pythium ultimum (Verursacher zahlreicher Fußkrankheiten), Rhizoctonia solani (Wurzeltöterkrankheit) sowie einige Phytophtora-Arten an Kartoffeln, Erbsen und Gurken effektiv kontrolliert werden.
Verbandsrichtlinien reglementieren die Kompostgaben
Im Freiland muss jedoch im ökologischen Landbau die Höchstgabe von Kompost - fünf Tonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr nach den Richtlinien von Bioland, Naturland - eingehalten werden. Daher kommt der Konzentration der Kompostmenge unmittelbar in den Wuchsraum der Pflanze eine besondere Bedeutung zu. Da sich derzeit keine praxistaugliche Maschine am Markt befindet, welche sowohl das Pflanzgut als auch den Kompost mit hoher Präzision ausbringen kann, entschied man sich für eine Eigenentwicklung.
Ausgehend von Untersuchungen zur Definition der Materialeigenschaften von Kompost wurde mit der Konstruktion einer geeigneten Dosiereinrichtung begonnen. Im Falle der Kartoffellegetechnik konnte hier die Firma
Grimme aus Damme gewonnen werden. An einer marktüblichen vier-reihigen Legemaschine vom Typ GL 34 T wurde ein Vorratsbehälter (Volumen: 4.000 Liter) mit Rührwellen und Dosierschnecke angebracht, der Antrieb erfolgt, elektronisch geregelt, über Ölmotoren. Ein integrierter Abdrehmodus ist ebenso vorhanden wie eine Anpassung der Ausbringmenge an Schwankungen bei der Arbeitsgeschwindigkeit. Der Kompost wird in die schon gezogene Pflanzfurche eingebracht, die Kartoffelknolle darauf abgelegt und schließlich durch die Zustreicher mit Boden bedeckt. Dabei findet auch eine der Wirkung förderliche Vermischung von Kompost und Boden statt.
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Drillmaschine mit Kompostbunker besteht aus einem modularen System
Drillmaschine mit Kompostbunker
© Zöllner
Die Applikationseinheit der Drillmaschine ist ähnlich aufgebaut. Auch hier erfolgt die eigentliche Kompostapplikation vor der Saatgutablage. Hervorzuheben ist hier das Furchenschar, welches sowohl die Furche zieht als auch den Kompost an der richtigen Position ablegt. Das Gesamtsystem aus Furchenschar, Säschar und Zustreicher ist modular aufgebaut und kann bei Bedarf durch eine Andruckrolle zur Rückverfestigung der Saatrille ergänzt werden. Ebenso ist die Verwendung verschiedener Furchen- und Säschare möglich.
In diesem Jahr wurden sowohl mit der Kartoffellegemaschine als auch mit der Drille bundesweit verschiedene Feldversuche angelegt, dabei wurde auch die Tauglichkeit der Maschinen überprüft. Die Versuche verliefen sehr vielversprechend, so dass im nächsten Jahr weitere Einsätze geplant sind
Zöllner
Kompost gezielt in die Reihe bringen (25.08.2011)
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