Agrarwelt „Bauern helfen Bauern“

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<b>Berlin/München</b> - „Bauern helfen Bauern“ - unter diesem Motto steht das „Afrika-Seminar“ des Deutschen Bauernverbandes (DBV) im Juni 2012 (10. bis 16. Juni 2012) in Berlin und München.

Führende Vertreter von Bauernverbänden aus sechs afrikanischen Ländern kommen auf Einladung des DBV zu diesem Seminar nach Deutschland, um die Bedeutung gut organisierter Bauernfamilien und unabhängiger Berufsorganisationen für den afrikanischen Kontinent zu diskutieren. In Vorträgen, Diskussionen, Fallbeispielen und vor Ort auf Bauernhöfen, in Genossenschaften, Erzeugergemeinschaften und Maschinenringen werden organisatorische, strukturelle und marktorientierte Praxisbeispiele aufgezeigt. Demokratische Organisationsformen der Verbände für die Meinungs- und Entscheidungsfindung in Verbänden werden genauso im Seminar dargestellt wie Dienstleistungen für die Bauernfamilien.
„Bäuerinnen und Bauern brauchen eine gemeinsame starke Stimme in Politik und Gesellschaft, um wirkungsvoll für ihre in Afrika immer wieder vernachlässigten Interessen eintreten zu können“, erklärte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner im Vorfeld des Seminars. Auch müssten die Chancen und Vorteile von unabhängigen bäuerlichen Selbsthilfeorganisationen in Form von Erzeugerorganisationen und Genossenschaften für die Erschließung sowie den Zugang zu den Agrarmärkten von den afrikanischen Berufskollegen erkannt und genutzt werden.
Bäuerliche Maschinenringe könnten wichtige Maßnahmen für die notwendige Mechanisierung der Landwirtschaft sein, was für viele afrikanische Bauern, die auf sich allein gestellt sind, ansonsten finanziell nahezu unmöglich werde. „Eine gut organisierte und artgerechte Landwirtschaft ist das Erfolgsrezept für wirtschaftlichen Aufschwung eines Landes, wie am Beispiel Europas ausdrucksvoll zu erkennen ist“, betonte Sonnleitner. Der DBV ist überzeugt, dass mit einer Stärkung der Landwirtschaft der Kampf gegen Hunger und Unterernährung nachhaltiger und erfolgreicher geführt werden kann. Denn mehr als zwei Drittel der hungernden Menschen sind Bäuerinnen und Bauern. Hunger und Mangelernährung haben sich trotz vieler hundert Milliarden Euro an Entwicklungshilfen in den vergangenen Jahrzehnten nicht nachhaltig gebessert, geschweige denn beseitigen lassen.
Als Ursache sieht der DBV, dass die Förderung von Landwirtschaft und bäuerlichen Selbsthilfeorganisationen nicht in den Maßnahmenkatalogen von öffentlicher wie privater Entwicklungshilfe stand. Die südafrikanische Landwirtschaftsministerin, Tina Joemat-Pettersson, hat dies kürzlich in einem Gespräch mit DBV-Präsident Gerd Sonnleitner auf den Punkt gebracht: „Wer Hunger und Mangelernährung nachhaltig beseitigen will, sollte mit den Bäuerinnen und Bauern reden. Dazu gehöre auch in Bildung, Organisation, Infrastruktur zu investieren und den Bauernfamilien Grundrechte zu gewähren.“ In der Förderung der Landwirtschaft durch unabhängige Bauernverbände und bäuerlichen Selbsthilfeeinrichtungen in den afrikanischen Entwicklungsländern sieht der DBV Schlüsselfaktoren für die Zukunft, deshalb setzt der DBV auf „Bauern helfen Bauern“. Das Seminar wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), sowie vom Landmaschinenhersteller AGCO und Bayer CropScience. Interessierte können an dem Seminar in Berlin und München kostenfrei teilnehmen.
Anmeldungen bitte an presse@bauernverband.net. (pd)
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