Oberbayern Hohe Nachfrage und gute Preise

Altmannstein/Lks. Eichstätt - Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Altmannstein.

Auf ein gutes Jahr für die Waldwirtschaft und die Waldbauern blickte der stellvertretende Vorsitzende Karl Freihart anstelle des erkrankten Vorsitzenden Norbert Hummel bei der Jahreshauptversamnmnlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Altmannstein zurück. "Das Wetter hat mitgespielt, die Vorsommertrockenheit hat den Wäldern nicht geschadet und der Käferdruck ist ausgeblieben", fasste er zusammen. Er berichtete von einer guten Marktlage, wobei mehr Holz vermarktet werden könnte als die Mitglieder anbieten. "Auch das Windbruchholz durch den kräftigen Gewittersturm im Sommer konnte zu guten Preisen relativ rasch verkauft werden", fügte er hinzu. Mit Sorge betrachtete er den Wunsch der Politik, stärker auf die Waldwirtschaft Einfluss zu nehmen, wie zum Beispiel die Stillegung von Wäldern. "Ich bin der Meinung, dass alle von einer aktiven Forstwirtschaft profitieren, darum werden wir weiter für eine nachhaltige Bewirtschaftung kämpfen", erklärte er. In ihren Grußworten zollten die dritte Altmannsteiner Bürgermeisterin Hannelore Eichenseher, Landrat Anton Knapp und Alois Hecker vom AELF Ingolstadt den Leistungen der WBV Respekt und Anerkennung. "Die Organisation hat sich zu einem nicht wegzudenkenden Dienstleistungsunternehmen entwickelt", betonten sie mit dem Hinweis auf die große Bedeutung des Waldes. Auch der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern, Georg Huber, dankte für die hervorragende Arbeit der WBV. Er freute sich, dass der Rohstoff Holz wieder an Wert gewonnen hat. "Wir hatten schon lange keine so guten Holzpreise mehr; der Einschlag lohnt sich auf alle Fälle", bekräftigte er und wies gleichzeitig darauf hin, dass aber die Preise genauso wie die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Schließlich appellierte Huber an seine Kollegen, den "Rohstoff der Zukunft" auch selbst zu nutzen. Auch Geschäftsführer Josef Lohr bestätigte die positiven Marktbedingungen. So konnte das Rundholzaufkommen aus dem Wintereinschlag ohne weiteres aufgenommen und vermarktet werden und beim Sortiment Fichtenstammholz konnte selbst in den Wintermonaten die Nachfrage der heimischen Sägewerke nicht erfüllt werden. Aus dem Sommersturm, der durch das südöstliche Vereinsgebiet fegte, wurden rund 35 000 Einheiten an Rundholz, Energieholz und Hackgut aufgearbeitet und bei sehr guter Nachfragte zu guten Erlösen verkauft. "Mit einer Vermarktungsmenge von 81 100 Einheiten liegen wir über den vermarkteten Mengen der Vorjahre, wobei das Hauptsortiment mit 60 100 fm Fixlängen von Fichte, Tanne und Kiefer waren", so Lohr, der mitteilte, dass im Moment für einen Festmeter um die 100 ? erlöst werden. Weiter gab der Geschäftsführer Auskunft, dass insgesamt 141 350 Pflanzen 97 100 Nadelholz- und 44 250 Laubholzpflanzen vermittelt wurden. Daneben wurden acht neue Waldpflegeverträge abgeschlossen, sodass aktuell 945 ha betreut werden. Im Anschluss ging Lohr noch im Detail auf die einzelnen Sortimente ein und WBV-Förster Norbert Vollnhals widmete sich der Holzaushaltung und den Sortimenten im kommenden Winter. Sein Fazit: "Nutzen Sie die derzeit sehr gute Nachfrage nach Frischholz, beginnen Sie jetzt mit dem Einschlag und halten Sie wenn möglich Langholz aus." In seinem Referat "Zeitgemäßes Bauen mit Holz wenn es um Energieeffizienz und Nachhaltigkeit geht" führte Christian Hierl, Vertriebsleiter der Jura Holzbau GmbH Jachenhausen, nach der Vorstellung seines Unternehmens die Folgen des Treibhauseffektes und Klimawandels vor Augen. "Es ist Zeit, verantwortungsbewusst und vorausschauend zu handeln", erklärte er mit der Feststellung, dass jeder Einzelne durch Energieeinsparung, Einsatz von erneuerbaren Energiequellen und dem bewussten Umgang mit Ressourcen etwas tun kann. Im Folgenden stellte Christian Hierl die Vorteile des modernen Holzbaus und die Vorzüge des "Hightech"-Baustoffes Holz heraus und zeigte anhand von Beispielen Möglichkeiten für eine energieeffiziente Bauweise auf.
 Helga Gebendorfer 
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