Oberbayern Wahre Lobeshymnen von allen Seiten

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<b>Westerndorf St. Peter/Lks. Rosenheim</b> - Max Lochner als Chef der Rosenheimer Jagdvorstände verabschiedet.

_Jagd_RO © Foto: Fischer Bild vergrößern
Dem scheidenden Vorsitzenden der Arge Jagdgenossenschaften im Landkreis Rosenheim, (2. v. l.) Max Lochner, dankten (3. v. l.) sein Nachfolger Engelbert Fuchs sowie (v. l.) der neue stellvertretende Vorsitzende Florian Gratz und die Beisitzer Georg Schnitzenbaumer, Hans Raab und Josef Lebmeier.
Bei der Jahreshauptversammlung der Jagdvorstände im Landkreis Rosenheim ging es vor allem um eines: die Verabschiedung des bisherigen Vorsitzenden Max Lochner. Viele Weggefährten zollten ihm Respekt. Zuvor wollte Lochner aber auf aktuelle Themen und Probleme eingehen. Die Wildschweine stellten für den Vorsitzenden letzteres dar.
"Uns ist es wichtig, dass wir sie im Landkreis Rosenheim gar nicht erst als Standwild kriegen", meinte er. Dafür seien revierübergreifende Drückjagden und trainierte Hunde nötig. Der Ansitz allein reiche nicht aus. Probleme gebe es seit Jahren auch mit dem Biber, mit seinem Verbiss und dem Umstand, dass Drainagen durch Stauungen nicht mehr auslaufen können. Dabei sprach sich Lochner für eine sachliche Herangehensweise an das Thema und eine langsame Populationsreduktion gleich der beim Rehwild aus. Ein Dauerthema seien letzteres und das Rotwild. "Wir können uns rote Hegeringe nicht leisten", erklärte Lochner.
Da heuer ein Problemjahr sei, sah er die Schusszeitverlängerung als positiv an. Sorge bereitete ihm der Rotwildabschuss, der nur zu 51 Prozent verwirklicht wurde. "Wenn das so bleibt, werden wir einen Gatterabschuss brauchen, sonst kriegen wir wieder solche Schälschäden", befürchtete der Vorsitzende. Beim Rehwild sei das Problem nicht so groß. Im Rahmen seiner letzten Versammlungsleitung dankte Lochner allen für die gute Zusammenarbeit. Seit 1993 fungierte er als 1. Vorsitzender, zuvor zehn Jahre als stellvertretender Vorsitzender. Nun sei es Zeit aufzuhören, aus Alters- und Gesundheitsgründen, meinte er.
Als sein Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Engelbert Fuchs aus Kiefersfelden gewählt. Der stellvertretende Vorsitzende ist nun der bisherige Beisitzer Florian Gratz aus Stephanskirchen. Wieder als Beisitzer bestätigt wurden Georg Schnitzenbaumer und Josef Lebmeier. Der neue Beisitzer im Vorstand ist Hans Raab aus Albaching. Da die Wahl während der laufenden Periode durchgeführt wurde, sind sie für die kommenden drei Jahre im Amt. Gegen dieses hat sich Fuchs nach eigenem Bekunden "lang gesträubt". Es sei schwierig, so ein gut geführtes Amt zu übernehmen. "Aber ich werde mich bemühen", sagte er. Zudem sei die Pionierarbeit schon von Lochner geleistet worden. "Ich habe es gern gemacht und der Abschied ist schon ein bisserl schwer", meinte dieser, "aber irgendwann ist Zeit zum Abgeben und ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt." Viel Lob und Erinnerungsgeschenke erhielt er von den Weggefährten.
Eine Ära gehe mit dem Ausscheiden Lochners zu Ende, erklärte der stellvertretende Landrat Josef Huber. Es sei immer eine angenehme Zusammenarbeit gewesen und man habe sich auf das, was Lochner sagte, verlassen können. Auf Ausgleich sei dieser bedacht gewesen, erklärte Gerhard Prentl, Leiter der Unteren Jagdbehörde. Anfang der 80er-Jahre sei das Thema Jagd noch vollständig von der Jägerschaft dominiert worden, weil sie besser als die Jagdgenossen organisiert gewesen sei, erinnerte er sich. Ein Schlüssel zum Erfolg seien Leute gewesen, die auf Interessensausgleich achteten.
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