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Samstag, 26.05.2012
Allgemeines | 03.06.2009

"Zehn Jahre GVO-Forschung wurden zerstört"

Dresden - Zum Anschlag von Gentechnik-Gegnern auf das Julius-Kühn-Institut in Dresden-Pillnitz erklärt Umweltminister Frank Kupfer in einer Pressemitteilung, dass der Schaden sich auf 700.000 Euro belaufe und forderte hartes Vorgehen gegen die Täter.

Frank Kupfer (CDU), Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft© CDU Sachsen
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Frank Kupfer (CDU), Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft
© CDU Sachsen

Wie gestern bekannt wurde, waren unbekannte Täter am Wochenende auf dem Gelände des Julius-Kühn-Instituts in ein Zelt eingedrungen und hatten dort 274 Apfelbäume zerstört. Es handelte sich sowohl um gentechnisch veränderte Pflanzen, aber auch um Kontrollpflanzen. Der Schaden liegt nach erster Einschätzung des Instituts bei rund 700.000 Euro.

Gentechnikgegner sind fortschrittfeindlich

"Hoffentlich sind die selbsternannten Retter von Mensch und Umwelt zu Fuß nach Pillnitz gelaufen, waren mit einem Fell bekleidet und haben die 270 Bäume mit dem Faustkeil abgehakt. Das ist nämlich die Konsequenz aus Fortschrittsfeindlichkeit. Hätte die Menschheit niemals Neues gewagt, dann würden wir heute noch wie Affen auf dem Bäumen herumturnen".

Es gibt Fakten die für Gentechnik sprechen

Für die Grüne Gentechnik sprächen klare Fakten: "Höhere Erträge und Pflanzen, die weniger anfällig für Krankheiten und Ungeziefer sind." erklärte Kupfer in einer Pressemitteieilung. "Unterm Strich kann das den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sparen. Und das hilft der Umwelt. Wenn wir die Forschung nicht vorantreiben und zulassen, dann werden es andere Länder tun. Wissenschaftler werden dorthin abwandern, wo sie forschen dürfen. Die Ergebnisse der Forschung müssen wir dann teuer einkaufen."

Kupfer: Sind als nächstes Krankenhäuser dran?

"Wer nach dem Anschlag jubelt, Dresden sei gentechnikfrei, der wird morgen weitermachen. Auch ohne Forschung und Anbau in der Landwirtschaft ist Gentechnik längst eine alltägliche Angelegenheit." Ob bei Impfstoffen gegen Kinderlähmung und Keuchhusten, bei Insulin, bei Waschmitteln und bei unzähligen Lebensmitteln - Tag für Tag kämen wir mit Gentechnik in Berührung, erklärte Landwirtschaftminister Kupfer weiter. "Sind also als nächstes die Apotheken und Krankenhäuser dran?" fragte er provokativ.

Kupfer erwartet konsequentes Vorgehen gegen die Täter

Ohne Zweifel könnten neue Technologien - wie die Grüne Gentechnik - auch neue Risiken mit sich bringen. Diese nehme der Landwirtschaftminister ernst. Risken müssten erforscht und minimiert werden. "Allerdings auf wissenschaftlicher Grundlage, nicht mit ökologischem Schaum vor dem Mund." erklärte Kupfer. "Was in Pillnitz passiert ist, ist einfach nur kriminell. Ich erwarte ein konsequentes Vorgehen gegen die Täter, und das mit aller Härte. Der Schaden liegt bei 700.000 Euro. Zehn Jahre Forschung sind umsonst. Die Täter müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden, bis zum letzten Cent!" (pd)

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Keywords GVO | Gegner | Gentechnik
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