Samstag, 26.05.2012
EU-Kommission überlegt Erhöhung des Zuckerangebots
Brüssel - Die EU-Kommission überlegt zwei Maßnahmen, das Zuckerangebot am Binnenmarkt zu erhöhen. Die Rübenanbauverbände wollen eine Umwandlung von Nicht-Quotenzucker.
Auch die Zuckerrübenbauern nutzen die Gelegenheit des Agrarrates in Brüssel, um ihre Position zu vertreten.
© hapo/landpixel.de
Die Kommission informierte die Mitgliedstaaten vorigen Donnerstag beim Verwaltungsausschuss in Brüssel, dass Agrarkommissar Dacian Ciolos seine Generaldirektion Agri mit entsprechenden Rechtstexten beauftragt habe und präsentierte dazu zwei informelle Arbeitspapiere. Demnach überlegt die Generaldirektion
Agri zum einen, dass ausnahmsweise 500.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 26.000 Tonnen Isoglucose außerhalb der Quote zu einer reduzierten Überschussabgabe (normalerweise 500 Euro pro Tonne) auf den EU-Lebensmittelmarkt gebracht werden dürfen.
Zum anderen will sie eine mengenmäßig offene Ausschreibung für Zuckerimporte vom Weltmarkt zu ermäßigten Zollsätzen im Wirtschaftsjahr 2010/11 eröffnen. Formelle Vorschläge der Kommission und eine Abstimmung könnten in einem der nächsten der 14-tägig angesetzten Ausschüsse folgen.
Rübenbauern sind gegen Importe
Vonseiten der Rübenbauern in der EU sieht man mit der Freigabe von
Nicht-Quotenzucker für den EU-Binnenmarkt zwar eine Forderung erfüllt,
lehnt aber die zollermäßigten Importe ab und spricht sich dagegen
vielmehr für eine Eröffnung einer Exporttranche von Nicht-Quotenzucker
durch einen Vorgriff auf 2011/12 aus.
Bei den Importen denkt die Kommission an eine Ausschreibung für
Rohzucker und Weißzucker aus Drittländern. Bieter, die mit der
geringsten Zollermäßigung auszukommen gedenken, sollen demnach die
Zuschläge in den 14-tägigen Verwaltungssausschüssen erhalten. Die
Kommission möchte für die Importausschreibung keine Gesamtmenge
festlegen, um flexibel auf den Bedarf in der EU reagieren zu können.
Verband befürchtet weltweiten Zuckermangel
Der
Verband der Europäischen Zuckerrübenanbauer CIBE sprach dagegen in
einer Aussendung vorigen Dienstag davon, dass sich die EU-Kommission
damit "einer unangemessenen Vorratspolitik schuldig " mache und damit
"zu einem Anstieg des Zuckermangels auf dem Weltmarkt " beitrage. Dieser
Mangel treibe die Preise eines unverzichtbaren Lebensmittels für die
Ärmsten auf dem Weltmarkt und in der EU auf Rekordhöhen. Im Gegenteil
fordert man daher zusätzliche Exportquoten von Nicht-Quotenzucker als
Vorgriff auf das kommende Wirtschaftsjahr 2011/12, um damit die
Weltmarktversorgung zu verbessern und die Bereitschaft der Landwirte in
der EU zu stimulieren, bei der anstehenden Frühjahrsaussaat für 2011/12
mehr
Zuckerrüben anzubauen.(aiz)
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