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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Betriebsführung » Steuer und Finanzen » Zukunft-Agrarmärkte ]
Samstag, 26.05.2012
Steuer und Finanzen | 14.11.2011 Redaktion agrarheute.com

Podiumsdiskussion: Die Zukunft der Agrarmärkte

Hannover - Wo stehen die Agrarmärkte in drei Jahren? Dieser spannenden Frage gingen Uwe Steffin (Neue Landwirtschaft), Christian Alter (AMI) und Olaf Zinke (dlv) unter der Moderation von Olaf Deininger nach.
Dr. Uwe Steffin (Neue Landwirtschaft), Moderator Olaf Deininger, Christian Alter (AMI) und Dr. Olaf Zinke (dlv) bei der Podiumsdiskussion auf der dlv-Bühne in Halle 7, Stand C 24 (v.li.).© agrarheute.com
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Dr. Uwe Steffin (Neue Landwirtschaft), Moderator Olaf Deininger, Christian Alter (AMI) und Dr. Olaf Zinke (dlv) bei der Podiumsdiskussion auf der dlv-Bühne in Halle 7, Stand C 24 (v.li.).
© agrarheute.com
Die Marktexperten diskutierten am gestrigen Sonntag auf der dlv-live-Bühne der Agritechnica. Einig waren sich die Experten in ihrer Diskussion zunächst einmal über den massiven Einfluss der makroökonomischen Situation auf die Agrar- und Rohstoffmärkte. So vertrat Dr. Zinke die Auffassung, dass die globalen wirtschaftlichen Wachstumsaussichten das Potenzial an den Agrarmärkten entscheidend mitbestimmen und in ihrer Wirkung auch fundamentale Eckdaten überlagern können.

Preistrends erkennen

Über die Terminmärkte wären die physischen Agrarmärkte unmittelbar an die wirtschaftliche Entwicklung angedockt.
 
Ein wesentlicher Aspekt ist nach der Einschätzung von Dr. Steffin deshalb auch der Rohölpreis, der als zentraler Indikator für die Wachstumsaussichten der Gesamtwirtschaft gelten kann.
 
Erheblichen Einfluss auf die Handelsströme und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrarwirtschaft, haben nach der Meinung von Christian Alter zudem die Wechselkurse. Darüber hinaus lassen sich nach Einschätzung der Diskussionsrunde mögliche Trends auch an der Entwicklung der Fracht- bzw. Transportkosten ablesen, denn an Hand dieses Indikators würde der künftige Bedarf von Agrarprodukten und Rohstoffen sichtbar.
 
Agrarmärkte sind global
 
Konsens unter den Experten war zudem, dass bei aller Bedeutung externer Faktoren, letztlich die fundamentalen Daten von Angebot/Produktion und Nachfrage/Verbrauch für die Preisentwicklung an den Märkten maßgeblich sind. Dabei entscheidet jedoch nicht mehr allein die nationale Situation sondern vielmehr gibt immer mehr die europäische oder sogar die globale Versorgungsbilanz den Ausschlag.
 
Einzelne Märkte im Detail
 
Vor diesem Hintergrund kam die Diskussionsrunde am Weizenmarkt zu dem Schluss, dass die Versorgung, gemessen an der Relation von Produktion und Verbrauch, derzeit sehr komfortabel ist. Gleichzeitig dominieren die Schwarzmeerländer die Exportmärkte und wegen der guten Ernteaussichten auf der Südhalbkugel könnte der Druck auf die Preise sogar noch zunehmen. Für das nächste Jahr ist wegen der hohen Preise der letzten Monate zudem (bei normaler Witterung) mit einer weiteren Produktionsexpansion zu rechnen.
 
Bei Raps sieht die Situation jedoch anders aus. Hier ist die Produktion in Deutschland, wegen der sehr niedrigen Erträge, um über 30 Prozent eingebrochen und der Importbedarf wächst deutlich. Auch im nächsten Jahr dürfte das Angebot in Folge der verspäteten Aussaat klein ausfallen und die Preise stützen.
 
Am Milchmarkt war man sich in der Diskussionsrunde einig, dass die Entwicklung in den nächsten Monaten von einem weltweit deutlich gewachsenen Angebot und von einer rückläufigen Nachfrage geprägt sein würde. An den internationalen Spotmärkten machte sich diese Konstellation zuletzt bereits durch fallende Preise bemerkbar. Künftig erwarteten die Experten an einem liberalisierten und international vernetzten Milchmarkt einen zyklischen Marktverlauf, ähnlich wie etwa bei Ackerbauprodukten oder Schweinen.
 
Für den Schweinemarkt ging man in der Runde eher einer vergleichsweise stabilen Preisentwicklung aus. Einig war man sich jedoch, dass der sehr stark exportorientierte deutsche Markt in erheblichem Umfang von der weiteren Nachfrage Russlands und der asiatischen Märkte beeinflusst werden wird. Als Kernproblem für die gesamte Tierproduktion, machten die Fachleute zudem die weitere Entwicklung der Futterkosten aus. Hier war man nach einer moderaten Entspannung in den letzten Wochen für die nächste Zukunft jedoch eher skeptisch, denn sowohl beim Mais als auch bei Soja scheint die weltweite Versorgungslage relativ eng zu sein.

Jeden Tag finden auf der agrarheute.com-Bühne in Halle 7, Stand C24 interessante Diskussionen, Gewinnspiele und Präsentationen statt. Sie sind auch in Hannover? Hier geht es zum Programm ...

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv

Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion Neue Landwirtschaft Matif Weizen ins Depot
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Keywords Agrarmärkte | Agritechnica | Olaf Zinke | Podiumsdiskussion | Preisentwicklung | Rapspreise | Rohöl | Schweinemarkt | Schweinepreise | Weizenpreise
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