Samstag, 26.05.2012
Zwischenfruchtmischungen immer beliebter
München - Nach der Ernte ist die Zeit, um Zwischenfrüchte zu säen. Immer mehr Landwirte setzen dabei auf die Aussaat von Zwischenfruchtmischungen.
Bei unserer Umfrage gaben 23,2 Prozent an, auf Zwischenfrüchte zu setzen.
© bem
Vor allem auf erosionsgefährdeten Standorten gewinnt der Anbau von Zwischenfrüchten immer mehr an Bedeutung. Doch auch ihr Potential, Krankheiten zu unterdrücken ist nicht zu verachten.
Welche Zwischenfrucht sich eignet hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Standort, Fruchtfolge, Krankheitsübertragung, Aussaatsystem und Kosten.
Wie vielfältig das Angebot und die Nachfrage nach Zwischenfrüchten und auch Zwischenfruchtmischungen ist, zeigt auch das Ergebnis unserer jüngsten Umfrage "Auf welche Zwischenfrüchte setzen Sie in diesem Jahr?" Bei den 1225 Teilnehmern ist mit 37,8 Prozent die beliebteste Zwischenfrucht immer noch der Senf als Reinsaat. 23,2 Prozent setzen auf Zwischenfruchtmischungen. An dritter Stelle wurde der Ölrettich mit 13,6 Prozent, gefolgt von Klee (11,1 Prozent) und Phacelia (9,1 Prozent) genannt. Schlusslicht bilden die Leguminosen Luzerne mit 2,9 Prozent und Lupine mit 2,3 Prozent.
Mischungen haben viele Vorteile
Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Zwischenfrüchten ist nach der
Getreideernte, um die warmen Bodenbedingungen zu nutzen und die
Konservierung der Nährstoffe sicherzustellen.
Viele Landwirte entscheiden sich aus Kosten- und Arbeitswirtschaftlichen
Gründen oft für die Aussaat von Gelbsenf als Zwischenfrucht. Senf ist
zwar einfach in der Handhabung, doch ist er nicht immer unbedingt die
beste Wahl.
Zwischenfruchtmischungen finden – wie auch das Ergebnis unserer Umfrage
zeigt – immer mehr Beliebtheit, da durch den gemeinsamen Anbau
verschiedener Pflanzen Nachteile ausgeglichen werden können. Zum einen
mindern sie das Aussaatrisiko, da die Eigenschaften der Pflanzen
unterschiedlich sind, zum anderen reduzieren sie die Kosten im Vergleich
zur teuren Reinsaat . Sie können entweder selbst hergestellt oder
fertig gekauft werden.
Weitere Vorteile der Mischungen ist die
unterschiedliche Art der Durchwurzelung und das Nahrungsangebot für die
Bodenlebewesen.
Grundsätzlich lassen sich viele Pflanzen miteinander mischen und man
kann kaum einen Fehler machen. Wichtig ist es dabei nur, die Sorten auf
die eigene Fruchtfolge abzustimmen um eine mögliche
Krankheitsübertragung auszuschließen und die richtigen Bedingungen für
die Nachfrucht zu schaffen.
Rege Diskussionen auf landlive.de
Auch auf landlive.de gibt es regelmäßige Diskussionen um die richtige
Zwischenfrucht. Die Erfahrungen der user sind unterschiedlich. So
schreibt beispielsweise Daniel315 von seinen positiven Erfahrungen mit
der Mischung MS 100 A: "Gleich nach Wintergerste etwas Gülle gefahren,
gegrubbert und mit Sämschine gesät. Friert ab und war im Frühjahr so gut
wie frei von Unkraut. Mir gefällts gut und säe nach Wintergerste wieder
diese Mischung. So billig wie mit Senf fährt man jedoch nicht". Enzo77
setzt in seiner Fruchtfolge ebenfalls auf Mischungen: "Eine Mischung
aus 50 Prozent Futtererbsen und 50 Prozent Hafer, Aufwand 250 kg/ha säen
wir schon mindestens zehn Jahr. Kann gegebenenfalls noch als Futter
gehäckselt werden, oder unterpflügen oder abfrieren, da ist im Frühjahr
nichts mehr da."
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