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Reizthema Wolf

Bauernbund fordert Jagdrecht für den Wolf

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Katharina Krenn, agrarheute
am
02.12.2015

Der Bauernbundpräsident Brandenburgs fordert die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. In einem Brief an den Agrarminister spricht er sich für eine Wolfsverordnung aus zum Schutz von Mensch und Weidevieh.

Laut aktuellen Zahlen (2014) leben in Brandenburg 9 Wolfsrudel und 3 Wolfspaare. Dort wie auch in anderen Bundesländern steigt mit der Anzahl der Wölfe auch die Zahl der Nutztierrisse durch den Räuber. Deshalb hat die Regierung 2013 einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Der Präsident des Bauernbundes Brandenburg, Karsten Jennerhahn ist jedoch der Meinung, dass das derzeitige Wolfsmanagement sowie der Herdenschutz und Schadensausgleich für Landwirte nicht ausreichen, erklärt er in einem Brief an den Agrarminister Jörg Vogelsang.

Aufnahme ins Jagdrecht

In dem Brief fordert Jennerhahn eine Neufassung des Wolfsmanagements. "Als notwendige Ergänzungen des Wolfsmanagementplanes schlagen wir deshalb vor: mittelfristig die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht, unmittelbar einzuleiten durch eine Bundesratsinitiative Brandenburgs", heißt es darin. Jennerhahn fordert die Verabschiedung einer Verordnung analog zur Biberverordnung. Zudem stellt Jennerhahn seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Herdenschutz in Frage, "wenn das Ministerium nicht von seinem Ziel einer flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes in Brandenburg Abstand nimmt."

'Herdenschutz ist zu teuer'

Die Auseinandersetzung der Arbeitsgruppe "Herdenschutz" habe ergeben, dass die diskutierten wolfssicheren Zäune deutlich zu teuer seien. "Würde man diese als feste Bauwerke (160 cm mit 50 cm Unterwühlschutz) auf dem gesamten Weideland in Brandenburg etablieren, belaufen sich die Kosten dafür nach ersten vorsichtigen Schätzungen auf rund 250 Millionen Euro". Würde man wolfssichere Zäune als mobile Bauwerke ausführen (5 Litzen, die unterste 20 cm über dem Erdboden), würde sich der immer wiederkehrende Arbeitsaufwand beim Zaunbau mehr als verdreifachen, bei der Pflege mindestens verdoppeln.

Das fordert der Bauernbund

  • Erlaubnis unter Berufung auf die öffentliche Gefahrenabwehr die unkomplizierte Entnahme des Wolfes
  • Einrichtung von Wolfsschutzgebiete, in denen der Wolf definitiv nicht entnommen wird und in denen Menschen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen haben.
  • Als Wolfsschutzgebiete kommen naturschutzrechtliche Totalreservate, ehemalige Truppenübungsplätze und Tagebaue in Frage (ca. 60.000 ha) zur Verfügung stehen dürften.
  • Sollen aus Gründen des räumlichen Zusammenhanges von Menschen frequentierte Gebiete einbezogen werden, sind für Bewohner und Weidevieh wirksame Schutzmaßnahmen vorzusehen und die Kosten dafür komplett durch das Land zu übernehmen.
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