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Hofreport vom Ökobetrieb: 'Ein freierer Bauer'

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Katharina Krenn, agrarheute
am
06.05.2013

In der Reihe 'Hofreport' berichtet agrarheute.com dieses Jahr erstmals von einem Biobetrieb. Der Ökolandwirt Jakob Staffler betreibt seit acht Jahren ökologischen Ackerbau in Oberbayern.

 
Zu seinem 50. Geburtstag hat der Ackerbauer Jakob Staffler seinen Betrieb von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft umgestellt - das war vor acht Jahren und er bereue die Entscheidung kein bisschen, sagt er. 2005 waren die Erzeugerpreise im Keller und Staffler sah im Ökolandbau eine Alternative. Es sei eine damals einfache Rechnung gewesen: die Einsparung bei den Betriebsmitteln plus Förderung hatte Erfolgschancen versprochen. Und so war es auch. Allerdings ist der Betrieb mit guten Böden und einem günstigen Klima gesegnet. Staffler baut dieses Jahr auf gut 35 Hektar Weizen, Dinkel, Hafer, Ackerbohne und Kleegras an. Seine Produkte verkauft er an einen privaten Ökogroßhändler.
 

Öko-Arbeitspraxis ist einfacher

Jakob Staffler baut seine Kulturen in einer fünf-gliedrigen Fruchtfolge an, wofür er auch etwas Förderung erhält. Bei der Umstellung hat er sich für den Eintritt in den Naturland-Verband entschieden, um als Neuling von der Beratung zu profitieren. Das könne er nur empfehlen. Vor allem schätzt er den Austausch mit den Kollegen. Seit er ökologisch wirtschaftet fühlt sich Staffler als "freierer Bauer". Er spart nicht nur Betriebsmittelkosten, sondern die Arbeit sei einfacher und auch weniger geworden. Die Dokumentationspflicht fällt weg, er muss keine Abstandsauflagen einhalten und er braucht auch keinen Schutzanzug mehr, erklärt Staffler. Die Landwirtschaft mache ihm wieder mehr Spaß. Die Hofnachfolge ist auch schon gesichert, denn beide Söhne würden den Betrieb gerne weiterführen.
 

Kleegras gegen Kratzdistel

Zur Stickstoffanreicherung des Bodens und gegen Verunkrautung baut Staffler Ackerbohnen und Kleegras an. Dieses Jahr sind es jeweils knapp sieben Hektar. Das Kleegras steht zwei Jahre und soll das Wachstum der Disteln unterdrücken. "Distel ist hier das Problemunkraut und ohne Kleegras ist sie nicht in den Griff zu kriegen" , sagt er. Auf dem Haferschlag macht sich allerdings wieder viel Distel breit und es bleibt ihm jetzt nichts anderes übrig, als die Disteln später einfach zu köpfen. Das Kleegras soll eigentlich in der nahegelegenen Biogasanlage landen und Gärsubstrat zur Düngung abwerfen. Doch die Anlage hat aktuell Probleme und so sind die Silos noch von der letzten Ernte voll. Jetzt muss Staffler überlegen, wie er das Kleegras diesmal verwertet. Mulchen wäre ein Option, doch es vermindere beim Klee die Stickstoffwirkung.
 

Ackerbohnen 2012 verhagelt

Bei den Ackerbohnen baut Staffler einen Rankerbsentyp an, der normalerweise schnell schließt. Letztes Jahr hat es ihm jedoch die Bohnen verhagelt und die Verunkrautung hat durch die Hagellücken stark Überhand genommen. Jetzt steht auf dem Schlag Weizen und es zeigen sich bereits die Folgen der Verunkrautung – zumal die kühle Witterung der letzten Wochen das Unkrautwachstum noch weiter begünstigt hat. Eine Schwierigkeit bei Bohnen ist das Dreschen. Die Ernte sollte bei sehr trockener Witterung erfolgen, denn die Bohnen dürfen nicht nass sein - eine Herausforderung, denn die Ernte erfolgt aufgrund der langen Vegetationszeit relativ spät und so steigt natürlich auch das Regenrisiko.
 
 

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Betriebsspiegel Ökobetrieb Staffler


In der Reihe 'Hofreport' berichtet agrarheute.com dieses Jahr erstmals von einem Biobetrieb. Der Ökolandwirt Jakob Staffler betreibt seit acht Jahren ökologischen Ackerbau in Oberbayern.


Betrieb
Jakob Staffler
Galgen 1a
82216 Maisach (Oberbayern)

Betriebskräfte
Jakob Staffler (Betriebsleiter)
2 Söhne
 
Betriebscharakteristika
Haupterwerbsbetrieb
Ackerbau
2005 Umstellung auf Ökolandbau, Naturland Verband
 
Landwirtschaftliche Nutzfläche
6,3 ha Weizen
9 ha Dinkel
6,7 ha Hafer
6,9 ha Ackerbohnen
6,7 ha Kleegras
1 ha Grünland3 ha Wald

Betriebliche Besonderheit
Photovoltaikanlagen
Wetterstation DWD
 
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