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Videotipp

Video Tipp: Schnelles kochen im Homeoffice

Mitte der 1950er Jahre kam die neuartige Tiefkühlkost aus Amerika auch in Deutschland an. Damals lag der pro-Kopf-Verbrauch bei ungefähr 400g pro Jahr, heute isst die norddeutsche Bevölkerung im Schnitt 46 kg pro Person und Jahr- Tendenz steigend. Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie darauf?

am Sonntag, 14.02.2021 - 10:00

Die Nordreportage "schnelles kochen im Homeoffice - Der Boom der Tiefkühlgerichte" zeigt, wie frische Waren in Spezialmaschinen, oft am Fließband, für den Gebrauch zuhause zubereitet und tiefgefroren werden. Zu sehen ist das Video in der Mediathek vom NDR oder der ARD. 

Tiefkühlkost- Von den Inuit zum Kassenschlager

Als Erfinder der Tiefkühlkost gilt Clarence Birdseye. Ab 1930 verkauft er in Amerika Gemüse, Obst und Fisch in Eiscremetruhen. Seine Idee brachte er von Reisen zu den Inuit mit. Die konservieren ihre Lebensmittel in der Arktis zwischen Eisplatten.  

Covid-19 steigert den Absatz

Die Corona Pandemie verlagert den Arbeitsplatz der Deutschen aus dem Büro nach Hause. Schätzungsweise knapp jeder zweite Norddeutsche arbeitet derzeit von Zuhause aus. Statt mittags in der Kantine zu essen, muss nun selbst am Herd Hand angelegt werden. Hierbei sollte es schnell gehen, deshalb steigt die Nachfrage nach Tiefkühlwaren und Fertigkost rasant an. Viele Betriebe in Norddeutschland passen sich diesem Trend an und haben neue Ideen entwickelt, um auch im Homeoffice schnelle und leckere Mahlzeiten zu ermöglichen.  

Eismann - der Tiefkühllieferant

In der Pandemie sparen sich viele den Gang in den Supermarkt- fahrende Kühlschränke sind gefragt wie selten. Beim Tiefkühllieferanten Eismann herrscht derzeit Hochkonjunktur. Um alle Kunden mit den Tiefkühlprodukten beliefern zu können werden die Fahrzeuge über Nacht mithilfe von Kühlplatten auf -38°C heruntergekühlt. Das bedeutet stundenlanges Arbeiten mit eiskalten Waren. Viele Eismann-Fahrer arbeiten selbstständig auf Provisionsbasis. Das heißt: mehr Verkauf bedeutet mehr Einnahmen. Fast täglich fahren große Lkw mit Lieferungen neuer Waren vor. Die Regale im Großlager leeren sich schnell, ständig muss Nachschub eingelagert werden. Die Arbeit bei minus 25 Grad Celsius mag für die Meisten nach klirrender Kälte klingen, die Mitarbeiter im Kühlhaus kommen dennoch ins Schwitzen. Im Lager selbst darf die Kühlkette nie unterbrochen werden, aus diesem Grund gibt es deshalb an den Laderampen spezielle Schleusen. Hinter An- und Auslieferungen steckt eine ausgefeilte Logistik: die kleineren Lieferfahrzeuge werden an Starkstrom angeschlossen und auf minus 30 Grad heruntergekühlt - diese Kühlung muss den ganzen Tag überstehen. Jeden Morgen starten dutzende Fahrer. Sie liefern die Kühlwaren direkt an die Haustüren von zu bis zu 80 Kunden. 

Original italienische Pizza in Hannover

Etwas familiärer geht es derweil in der Pizzeria "Francesca und Fratelli" in Hannover zu. Inhaber Kadir Elveren feilt dort an einer ausgeklügelten Idee: nach amerikanischem Vorbild setzt er nun auf Tiefkühlpizza. Wegen der Covid-19-Pandemie bleiben die 8 Restaurants des Italieners geschlossen. Wo normalerweise um die 80 Gäste Platz finden, entsteht nun in einer der Filialen eine kleine Pizzafabrik. Um weiterhin arbeiten zu können werden hier jetzt täglich bis zu 400 Pizzen nach original italienischem Rezept gebacken, allerdings tiefgefroren für zuhause. Pizza wie im Restaurant, verkauft im örtlichen Supermarkt. Noch funktioniert die Technik nicht ganz so wie gewünscht und auch an die ästhetischen Ansprüche des Chefs stellen alle Mitarbeiter immer wieder vor neue Herausforderungen, denen sie sich gerne stellen, ist ihnen so doch der Job sicher. Die Idee scheint sich zu lohnen, die Auftragsbücher sind bereits prall gefüllt.  

Hochbetrieb bei Produktion von Fertiggerichten

Mit seiner TK-Pizza Idee bedient Kadir Elveren einen wachsenden Markt.  

Auf Hochtouren läuft derzeit die Herstellung von Fertiggerichten in den Großbetrieben. Am Fließband werden frische Waren vorbereitet, zusammengestellt und auf schnellem Wege schockgefrostet. Nudelgerichte, Fischpfannen, Komplett-Mahlzeiten mit Gemüse und Fleisch werden essensfertig portioniert. Das Deutsche Tiefkühlinstitut meldet im Corona-Jahr 2020 eine Umsatzsteigerung von TK-Pizzen von >7%. Generell ist ein Anstieg von Tiefkühlwaren zu verzeichnen. Zu den Bestsellern gehören Backwaren, Gemüse, Kartoffelprodukte und Fisch. Fischstäbchen sind so beliebt, wie lange nicht, vermutlich weil viele Kinder nicht in der Schule oder Kita essen, sondern zuhause. Die Tiefkühlriesen Iglo und Frosta, mit Sitz in Bremerhaven, mussten ihre Produktion in den letzten Monaten um 1/3 steigern.  

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