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3Sat berechnet Vorteile aus Fleischverzicht

von , am
21.04.2014

Das Naturwissenschaftsmagazin Nano hat am 15. April "vorgerechnet", welche großen Vorteile es brächte, wenn die Deutschen auf der Stelle auf 80% ihres Fleischkonsums verzichten würden. Das Ergebnis ist ebenso erstaunlich wie hanebüchen.

© Screenshot 3Sat
Das Naturwissenschaftsmagazin Nano hat mal "vorgerechnet", was passiert, wenn wir 80% weniger Fleisch essen würden. Ergebnis: Fast die gesamte Sojafläche in Südamerika könnte wieder zum Regenwald werden und der allergrößte Teil der Futteranbaufläche hierzulande ließe sich eingesparen und für die Nahrungsgüterproduktion nutzen (offenbar unabhängig davon, dass Sojaanbau auch der Ölproduktion dient und nicht jede deutsche Futterfläche nahrungstaugliches Getreide produzieren kann). Die eingesparten Klimagase würden jedem Autofahrer erlauben, einmal jährlich durch halb Europa zu reisen (diese Milchmädchenrechnung enthält natürlich keine Wertung der Klimawirkung einzelner Gase und keine Klimagasentstehung bei Alternativproduktion; ein bisschen mehr zum Thema finden Sie im agrarmanager vom März 2014). Zudem sänke die Hormonbelastung im Grundwasser (weil die angeblich in hohem Maß aus der Schweinezucht stammt - wieviel an diesem Vorwurf dran ist, haben wir hier schon einmal erläutert) und die ganzen "Pestizide", die für den Futteranbau auf die Felder (oder im Video in die Wälder) gekippt werden, würden dann auch nicht "in unserem Nahrungskreislauf landen".

Im Grunde hat Nano jeden bereits widerlegten Pauschalvorwurf der letzten Jahre zusammengekehrt, hübsch eindrucksvoll bebildert und vertont und dann als wissenschaftlich belegt verkauft. Man könnte das als weiteren Versuch der Spendenwerbung-auf-Teufelkommraus einiger NGOs oder als schlecht recherchierten Beitrag der Boulevardpresse abtun ... wenn Nano nicht eine 3Sat-Sendereihe wäre. Öffentlich-rechtliches Fernsehen also, dessen Gebührenfinanzierung auch unter Bildungsvorbehalt steht. Offenbar gehört die wissentliche oder fahrlässige Diskreditierung deutscher Viehhalter und ihrer Sachkenntnis im Umgang mit Tieren, Umwelt und Ressourcen inwischen auch bei ARD, ZDF und den angeschlossenen Sendeanstalten zum guten Ton.
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