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ADM baut Isoglukose-Geschäft aus

von , am
21.04.2015

Der Agrarrohstoffkonzern Archer Daniels Midland (ADM) baut sein europäisches Süßstoffgeschäft aus. Dazu einigte sich ADM mit dem Stärke- und Süßstoffhersteller Tate & Lyle auf eine Aufspaltung ihres Joint Ventures Eaststarch in Osteuropa.

© ADM
ADM wird aus dem bisher mit Tate & Lyle im Verhältnis 50 : 50 getragenen Gemeinschaftsunternehmen Eaststarch die Mais-Nassschrotmühlen in Bulgarien und der Türkei vollständig übernehmen. Außerdem geht die bislang gemeinsam gehaltene 50-Prozent-Beteiligung an einer Maisverarbeitung in Ungarn in die alleinige Verantwortung von ADM über. Der US-Agrarriese zahlt dafür 240 Millionen Euro bar an Tate & Lyle. Zudem erhält Tate & Lyle alle Anteile am Eaststarch-Werk in der Slowakei. Die ehemaligen Joint-Venture-Partner vereinbarten außerdem ein exklusives Vertriebsabkommen.
 
ADM begründete den Schritt mit der Abschaffung der EU-Zuckermarktordnung im September 2017. Ab diesem Datum fällt auch die Quotierung der Isoglukoseproduktion in der Europäischen Union. ADM sieht enorme Wachstumschancen in dem neuen europäischen Markt für alternative Süßstoffe, wenn die Isoglukosquote aufgehoben wird. Besonders gute Aussichten bestehen nach Einschätzung der Amerikaner in Osteuropa, wo wenig Zucker erzeugt werde. Die Werke in Bulgarien, Ungarn und der Türkei haben zusammen eine Verarbeitungskapazität von 5.000 Tonnen Mais täglich. Sie stellen in erster Linie Stärke und Süßstoffe her. In Ungarn wird auch Bioethanol erzeugt.
 
ADM und Tate & Lyle hatten das Joint Venture Eaststarch 1992 gegründet. In dem am 31. März 2014 beendeten Geschäftsjahr 2013/14 erzielte das Unternehmen ein operatives Ergebnis von umgerechnet 149 Millionen Euro. In dem gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2014/15 soll das Ergebnis aufgrund der niedrigeren Zuckerpreise in der EU nach vorläufigen Angaben um fast ein Viertel auf 115 Millionen Euro gesunken sein.
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