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Agravis spürt die turbulenten Märkte

von , am
12.03.2015

Währungsturbulenzen vor allem gegenüber dem Rubel und volatile Agrarmärkte haben bei der Agravis Raiffeisen AG das Geschäftsjahr 2014 belastet. Das Unternehmen konnte den Umsatz zwar annähernd stabil halten, die ohnehin niedrige Rendite verschlechterte sich aber deutlich.

© Agravis Raiffeisen AG
Nach den heute bekannt gegebenen Geschäftszahlen für 2014 sank der Umsatz von 7,5 Milliarden Euro auf 7,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern gab um 11 Millionen Euro oder rund 20 Prozent auf 42 Millionen Euro nach. Mit einer Umsatzrendite von 0,5 Prozent verfehlte das genossenschaftliche Agrarhandelsunternehmen die von Vorstandschef Dr. Clemens Große Frie langfristig angestrebte Marge von 1 Prozent deutlich.
 
Dennoch sprach Große Frie von einem respektablen Abschluss. "Die Währungsturbulenzen - vor allem beim Rubel - haben uns im operativen Geschäft einige Millionen Euro gekostet und auch im Agrarerzeugnis-Großhandel lagen wir bei den volatilen Marktentwicklungen nicht immer richtig. Der Markt hat sich total irrational gezeigt", sagte Große Frie. Darum sei die selbst gesteckte Marke, ein Ergebnis von mehr als 50 Millionen Euro zu erzielen, nicht erreicht worden. Der Agravis-Chef unterstrich jedoch, dies sei "eines der besseren Ergebnisse" in der Geschichte des Unternehmens und daher kein Grund zu Selbstzweifeln.

Ermittlungen abwarten

Zu den laufenden Ermittlungen des Bundeskartellamtes wegen des Verdachts von Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln bestätigte Große Frie, dass die Unternehmenszentrale in Hannover durchsucht worden sei. Er betonte, Agravis arbeite umfänglich kooperativ mit den untersuchenden Behörden zusammen. Selbstverständlich habe der Konzern Compliance-Richtlinien und kenne die Wettbewerbsregeln. Nun seien die Untersuchungen abzuwarten. Zurzeit gelte für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
 
Große Frie kündigte an, Agravis werde weiterhin in Expansion investieren. Das Ziel von 8 Milliarden Euro Umsatz bei 80 Millionen Euro Ergebnis vor Steuern in 2018 stehe nach wie vor. Für 2015 rechnet der Vorstandschef allerdings mit einem Umsatz von nur 7 Milliarden Euro bei einem aber wieder besseren Ergebnis jenseits von 50 Millionen Euro. Zuversichtlich äußerte er sich, dass das Bundeskartellamt voraussichtlich bis Mitte April die geplante Übernahme der Agrarhandelsaktivitäten der Getreide AG durch die Agravis gemeinsam mit ihrem dänischen Partner DAVA freigeben werde.
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