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Agravis: Turbulentes Jahr und neue Geschäftsaktivitäten

von , am
13.05.2015

Trotz eines mittelmäßigen Geschäftsjahres 2014 hält die Agravis Raiffeisen AG an ihrem Wachstumskurs fest. Das Bundeskartellamt hat grünes Licht zur Übernahme der Getreide AG gegeben.

Der Vorstandsvorsitzende der Agravis Raiffeisen AG, Dr. Clemens Große Frie. © Agravis Raiffeisen AG
Unter dem Namen Ceravis AG werden die von der DAVA Agravis International Holding A/S übernommenen Gesellschaften der Getreide AG künftig am Markt aktiv sein. Die DAVA Agravis International Holding ist eine Unternehmenskooperation der Agravis Raiffeisen AG und der dänischen Partner Danish Agro und Vestjyllands Andel. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme nunmehr gebilligt. Das verkündete Agravis-Vorstandschef Dr. Clemens Große Frie auf der Hauptversammlung vor rund 900 Aktionären und Gästen in Hamburg.

Feste Größe im Norden

Der Erwerb, der zum 1. Juni 2015 wirksam werden soll, umfasst insgesamt neun Gesellschaften mit rund 60 Standorten. Anders als ursprünglich geplant, verbleiben einige weitere Standorte im Eigentum der Getreide AG. Vorstandsvorsitzender der neuen Ceravis AG wird Thorsten Pogge. Für das operative Geschäft ist Henrik Stilund, vorher DAVA, verantwortlich.
 
Die Ceravis AG wird laut Große Frie ein Umsatzvolumen von mehr als 900 Mio. Euro erwirtschaften. Das zu erwartende Handelsvolumen setze sich aus mehr als 2,5 Mio. Tonnen Getreide- und Ölsaatenerfassung, einem Betriebsmittelumsatz im Wert von mehr als 150 Mio. Euro und einer Jahresproduktion von mehr als 450.000 Tonnen Futtermitteln zusammen. Die Ceravis AG soll künftig vor allem über Hafenzugänge in Rostock, Stralsund, Wolgast, Kiel und Rendsburg sowie über weitere Futtermittel-Produktionsstandorte und ein funktionierendes Saatengeschäft verfügen.
 
"Wir haben großes Interesse, dass dieses neue Unternehmen zu einer festen Größe im Norden wird", sagte Große Frie. Als Nachfolger für Thorsten Pogge wurde der 47-jährige Christoph Kempkes in den Vorstand des zweitgrößten deutschen Agrarhandelunternehmens berufen. Kempkes war in den vergangenen Jahren unter anderem Vorstandsvorsitzender der VK Mühlen AG in Hamburg und der Lieken AG in Düsseldorf.

Neue Vergütung für den Aufsichtsrat

Große Frie sprach vor der Hauptversammlung von einem "bewegten und turbulenten Jahr 2014". So konnte die Agravis Raiffeisen AG unter anderem durch die Ukraine-Krise und die volatilen Rohstoffmärkte die Erwartungen nicht vollends erfüllen. Der Konzernumsatz in Höhe von 7,4 Mrd. Euro ist weiterhin rückläufig. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 41,7 Mio. Euro um 21,6 % unter dem Ergebnis 2013. Von Januar bis April 2015 wurde mit 17 Mio. Euro beim Ergebnis vor Steuern in etwa das Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums erreicht. Bis zum Ende des Jahres ist ein Umsatz zu erwarten, der die Marke von 7 Mrd. Euro übersteigen dürfte, so Große Frie.
 
Seit 2007 erhält jedes Aufsichtsratsmitglied jährlich eine Aufwandsentschädigung von 11.000 Euro. "Wir wollten die Aufsichtsratsvergütung an die veränderten Bedingungen wie etwa die gestiegene Verantwortung anpassen. Wir wissen aber, dass dies ein sehr emotionales Thema ist", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Holzenkamp zu Beginn der Abstimmung. Deshalb habe man lange darüber diskutiert und auch externe Hilfe in Anspruch genommen. Der Vorschlag des Aufsichtsrates für die künftige jährliche Vergütung in Höhe von 25.000 Euro wurde letztlich mit 98 % der Stimmen angenommen.
 
 
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