Analyse Rapspreise bei der Bodenbildung

Ein Berg mit Rapskörnern © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Die europäischen Rapspreise sind in den letzten beiden Wochen unter dem Druck der nachgebenden Sojapreise deutlich zurückgegangen. Dabei erfolgte die Preiskorrektur sowohl für die alte als auch für neue Ernte.

Auch die relativ hohe Prognose der Kommission für die Rapsernte 2017 drückte auf die Preise.

Entscheidend für die jüngste Preis-Korrektur waren jedoch die sehr hohen und zuletzt weiter nach oben korrigierten Sojaernten in Brasilien und Argentinien. Außerdem kommt die Sojaernte in Brasilien derzeit sehr zügig voran und die Bohnen fließen ebenso zügig an die großen Exporthäfen.

Diese Woche haben die Märkte die bärischen Markterwartungen offenbar einigermaßen verarbeitet und die Sojapreise starten zum Beginn der neuen Woche zunächst etwas fester in den Handel.

Allerdings könnten die Preise zum Ende des Monats (31.03) noch einmal unter Druck geraten. Dann veröffentlicht das USDA die vorläufigen Anbauflächen in den USA für die Ernte 2017. Bei Sojabohnen wird dort für 2017 eine Rekordanbaufläche von 35,6 Mio. ha erwartet. Das wäre allein zum Vorjahr ein Zuwachs von etwa 5,5 % bzw.1,83 Mio. ha.

Fast in allen Ländern größere Rapsernten

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Im März hatte die Europäische Kommission mit ihrer Schätzung zur Rapsernte 2017 ebenfalls den Druck auf die Preise erhöht. Auf der Grundlage der bisherigen Anbaudaten und Ertragserwartungen rechnet die Kommission für 2017 mit einer Rapsproduktion von 22,1 Mio. t.

Gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr (2016) wäre dies ein Produktionszuwachs von knapp 6 % bzw. reichlich 2 Mio. t.

Die Aussaatfläche von Raps für die Ernte 2017 ermittelte die EU-Kommission mit 6,6 Mio. ha knapp 130.000 ha größer als im vorigen Jahr und auch größer als vor zwei Jahren.

Dabei erfolgten die Anbauausweitungen vor allem in Osteuropa wie etwa in Rumänien und in Tschechien. Kleinere Anbauflächen meldet die Kommission hingegen aus dem Vereinigten Königreich und aus Frankreich. In Deutschland ist die Rapsfläche geringfügig größer als im vorigen Jahr.

Wegen der  im Vergleich zum schwachen Vorjahr jedoch höher erwarteten Erträge, geht die Kommission sowohl für Deutschland, als auch für Frankreich, das Vereinigte Königreich und Polen und erst recht in den meisten osteuropäischen und baltischen Ländern von größeren Rapsernten aus als 2016.

Terminmarkt am Montag leicht im Plus

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Die europäischen Rapspreise sind im Verlauf der vorigen Woche weiter zurückgegangen und haben sich am Ende der vorigen Woche auf deutlich ermäßigtem Niveau (etwa von Dezember) stabilisiert.

Der vordere Maitermin 2017 beendete den Handel am Freitag bei 407,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag. Gleichzeitig waren die Rapspreise für den Maitermin 4,75 Euro niedriger wie eine Woche zuvor (412,25 Euro). Am 06. März hatten die vorderen Rapspreise noch bei 420,50 gelegen und damit 13 Euro höher.

Die neue Ernte 2017 (August) handelte man am Freitag mit 371,25 Euro und damit 0,25 Euro niedriger wie einen Tag zuvor. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte 6,50 Euro niedriger wie eine Woche zuvor (377,75 Euro). Am 06. März hatte die neue Rapsernte noch bei 385 notiert und damit 14 Euro höher. Im Vergleich zum vorderen Maitermin wird neuerntiger Raps 35,75 Euro  bzw. 8,9 % niedriger notiert.

Am heutigen Montag beginnen die Rapspreise den Handel  (mit der Unterstützung vom Sojamarkt) etwas fester. Der vordere Maitermin wird am Nachmittag (16:00) mit 408,75 Euro gehandelt und damit 1,25 höher wie am Vortag. Die neue Ernte 2017 wird zunächst 0,75 Euro höher mit 372,0 Euro notiert.

Am Terminmarkt Kanada sind die Canolapreise sowohl am vorigen Freitag als auch im Wochenvergleich deutlich zurückgegangen. Der vordere Maitermin notierte bei 503,70 CAD (350,8 Euro). Damit waren die Canolapreise  19,20 CAD niedriger wie eine Woche zuvor (522,90 CAD). 

Kassapreise wieder etwas erholt

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Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise im Verlauf der vorigen Woche deutlich um bis zu 8 Euro zurückgegangen. Zum Beginn der neuen Woche geht es jedoch wieder leicht um etwa 2 Euro nach oben.

Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am  heutigen Montag (20.03) für den die Anlieferung im März zwischen 408 Euro (Mittelandkanal), 410 Euro (Hamburg) und 414 Euro (Mannheim) und damit etwa 5 Euro weniger als vor einer Woche (413 bis 419 Euro).

Die Preisangebote für den Raps zur Anlieferung im Mai 2017, lagen in Hamburg dagegen bei 416 Euro, in Mannheim bei 420 Euro und am Mittellandkanal bei 414 Euro und damit ebenfalls 5 Euro niedriger als vor einer Woche (419 bis 425 Euro).

Im Vergleich zu den aktuellen Märzpreisen waren die Preise für die Anlieferung im Mai etwa 6 Euro höher.

Kräftige Preisabschläge Frankreich

In Frankreich lagen die vorderen Rapspreise (Großhandel) an den Verladehäfen der Mosel (fob) am Freitag (17.03) bei 413 Euro. Damit waren die Preise 6 Euro niedriger wie eine Woche zuvor (419 Euro) und 12 Euro niedriger als vor zwei Wochen (425).

Ein Jahr (2016) zuvor lagen die Rapspreise an der Mosel zum gleichen Termin nur bei 356 Euro und waren damit 57 Euro  niedriger als jetzt.

Am wichtigsten nordfranzösischen Handelsplatz Rouen, wurde der Raps am Freitag (17.03) mit 406 Euro notiert. Damit waren die Preise auch in Rouen 6 Euro niedriger wie eine Woche zuvor (412 Euro) und 14 Euro niedriger als vor zwei Wochen (420).

Vor einem Jahr lagen die Rapspreise in Rouen bei 343 Euro und waren damit 63 Euro niedriger als jetzt.

Importe von Rapssaat über Vorjahr

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Nach den Daten der Europäischen Kommission wurden im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 13. März 2017 bisher 2,67 Mio. t Rapssaat in die Europäische Union importiert, im Vergleich zu 2,50 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr und nur 1,58 Mio. t vor zwei Jahren. Deutschland kommt bisher auf Importe von 596.319 t und Frankreich auf 573.816 t.

Die wichtigsten Lieferanten von Rapssaat in die EU waren im aktuellen Wirtschaftsjahr 2016/17 bisher Australien mit 1.238.493 t (46,4 % der Gesamtlieferung), die Ukraine 847.247 t (31,8 %) sowie Kanada mit 521.625t (19,6 %). Kleinere Mengen kamen zudem aus Moldawien und Serbien auf den europäischen Markt.

Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2016/17 erwartet die Europäische Kommission den Rapsimport bei rekordhohen 3,8 Mio. t und auch im nächsten Wirtschaftsjahr sollen die Importe nur leicht auf 3,5 Mio. t zurückgehen.

Sojapreise konsolidieren sich

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Die Preise für Sojabohnen haben sich am Freitag knapp behauptet und starten zum Beginn der neuen Woche fester. Im Wochenvergleich sind die Preise nochmals leicht zurückgegangen.

Der vordere Maikontrakt kostete am vorigen Freitag 1000 Cent je Buschel (340,6 Euro/t) und damit 0,2 % weniger wie am Vortag. Gleichzeitig waren die Preise für den Maitermin 0,7 % niedriger wie eine Woche zuvor (1006,4 Cent). Seit Anfang März sind die vorderen Sojapreise am US-Terminmarkt um knapp 5 % gefallen.

Die neue US-Soja-Ernte (November 2017) wurde am Freitag mit 993,4 Cent je Buschel (338,4 Euro) notiert und 0,2 % niedriger wie am Vortag. Gleichzeitig kostete die neue Ernte 0,6 % weniger wie eine Woche zuvor (999,6 Cent). Seit Anfang März hat  die neue Sojaernte am US-Terminmarkt um knapp 3,6 % nachgegeben.

Am heutigen Montag beginnen die vorderen Mai-Bohnen den Handel 0,7 % höher bei 1006,4 Cent (342,8 Euro). Die neue Sojaernte startet am Montag bei 998,4 Cent (340,1 Euro) und damit 0,5 % höher in den Handel.

Deutlicher Preisrückgang in Südamerika

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Die Exportpreise für Sojabohnen sind an den US-Exporthäfen im Verlauf der vorigen Wochen nochmals leicht zurückgegangen. Für die Verladung im April lagen die Preisangebote am vorigen Freitag (17.03) bei 380 USD (352 Euro) und damit 2,50 USD niedriger als eine Woche zuvor mit 382,5 USD (354 Euro).

Für die Verladung im Mai wurden Preise von 381 USD (353 Euro) gefordert und damit ebenfalls 2,50 USD weniger wie vor einer Woche (383,5 USD).

An den argentinischen Exporthäfen wurden Sojabohnen für die Verladung im April am Ende der vorigen Woche für 375 USD je t (347,5 Euro) angeboten. Das waren 9 USD niedrigere Preise wie eine Woche zuvor (384 USD) und 5 USD weniger wie für die Sojabohnen aus den USA (400 USD).

Für die Verladung im Mai wurden in Argentinien Preise von knapp 369 USD (342 Euro) notiert und damit 3 USD weniger wie vorige Woche (373 USD) und 12 USD weniger als für die US-Bohnen (401 USD).