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Bayer sieht sich gut aufgestellt

von , am
18.03.2015

Für Bayer CropScience war 2014 ein sehr erfolgreiches Jahr. Das hat Geschäftsführer Dr. Helmut Schramm auf der Jahrespressekonferenz des Pflanzenschutz- und Züchterhauses vorige Woche im belgischen Gent betont.

Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH © Catrin Hahn
"Bayer CropScience hat seine Marktposition in Deutschland ausgebaut", sagte Schramm. Das Unternehmen habe wichtige Pflanzenschutzprodukte erfolgreich im Markt platziert, das Geschäft mit Rapssaatgut mit Einführung der ersten Hybridsorte vorangebracht und bei den Nachhaltigkeits-Aktivitäten deutliche Akzente gesetzt. Ein weltweiter Umsatz von gut 1 Mrd. Euro aus Saatgut zeige, dass das Unternehmen im Saatgutmarkt verankert sei. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die Kulturen Baumwolle, Raps, Weizen, Reis, Soja und verschiedene Gemüse.
 
Rund 55 Prozent des Umsatzes wurde mit gentechnisch veränderten Kulturen erzielt. Für die Branche seien die Aussichten allerdings nicht so positiv, fuhr Schramm fort. Das aktuelle Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbandes zeige eine getrübte Stimmung in der deutschen Landwirtschaft, nicht zuletzt wegen der nationalen Umsetzung der europäischen Agrarpolitik. Landwirte fürchteten wachsende bürokratische Anforderungen, wünschten sich mehr Toleranz beim Greening und mehr Planungssicherheit.
 
Kopfzerbrechen bereitet den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln wie auch den Landwirten die restriktive Zulassungspraxis bei Pflanzenschutzmitteln. Wie in der Vorwoche schon der Wettbewerber Syngenta, wies auch Schramm für Bayer darauf hin, dass die aktuell guten Ergebnisse gar nichts nützten, wenn künftig die Produkte fehlten. Den deutschen Landwirten falle die wirksame Bekämpfung von Schadinsekten und Pflanzenkrankheiten immer schwerer - wie derzeit am Beispiel der Neonikotinoide zu beobachten ist.

Offensive für mehr Kommunikation

Angesichts der zunehmenden Entfremdung des Verbrauchers von der Lebensmittelproduktion zeigte sich Schramm überzeugt, dass mehr Anstrengung bei der Kommunikation nötig sei. Dazu ist Bayer wie andere Mitglieder des Industrieverbandes Agrar (IVA) an der Aktion "Schau ins Feld!" beteiligt. Mit ihr will die Initiative "Pflanzenschützer" veranschaulichen, was der Verzicht auf Pflanzenschutz in den Ackerkulturen bewirken würde. In Anlehnung an eine im Vorjahr in Österreich veranstaltete Kampagne soll mit Spritzfenstern demonstriert werden, welche Folgen ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel hat. Die Hauptfläche wird praxisüblich behandelt. Im direkten Vergleich werden die unweigerlichen Konsequenzen eines fehlenden Pflanzenschutzes auch dem Laien schnell deutlich. Informationstafeln informieren Passanten über den Nutzen des Pflanzenschutzes.
 
Daneben erläutert Bayer CropScience in drei sogenannten SimpleShows den Nutzen von Pflanzenschutz sowie Aspekte der Bienengesundheit und der Artenvielfalt. Zu finden sind die Clips auf YouTube. Zudem wurde die Initiative "Agrar Dialog" entwickelt, in der die häufigsten Fragen zum Pflanzenschutz zu den vier Themenfeldern "Nutzen", "Recht", "Sicherheit" und "Umwelt" beantwortet werden. Neben gedruckten Ausgaben in verschiedenen Formaten - als Fächer, Heft und Kartenspiel - gibt es auch eine kostenlose Agrar-Dialog-App.

Weniger Zuckerrüben

Dr. Jörg Weinmann, Leiter Marketing von Bayer CropScience Deutschland, fasste anschließend die Ergebnisse des Jahres 2014 zusammen und gab einen Ausblick auf 2015. Für die anstehende Pflanzenschutzsaison sei das Unternehmen sehr gut aufgestellt, so Weinmann. Ziel sei, die Bayer-Marken weiter zu etablieren. Verschiebungen bei den Anbaukulturen werden veränderte Marktbedingungen zur Folge haben. Bei Getreide ist mit einem Flächenzuwachs bei Winterweizen, Wintergerste und Roggen zu rechnen. Bei Winterraps ist ein Rückgang von über 8 Prozent zu verzeichnen. Bei Zuckerrüben wird eine Verringerung der Anbaufläche um 16 Prozent erwartet. Dagegen werden die Greening-Anforderungen zu einem Anstieg der Leguminosenfläche führen. Das Wachstum im Raps-Saatgutgeschäft stellt für Bayer eine weitere Herausforderung dar.

Weizen-Ertrags-Initiative

Gemeinsam mit dem Düngerhersteller Yara hat Bayer die Weizen-Ertrags-Initiative ("Wheat Yield Initiative") ausgerufen, die die Ausschöpfung des Ertragspotenzials beim Weizen zum Ziel hat. Sie beinhaltet moderne, teils neue Prognose- und Analyse-Tools für die Bestandsführung. Der Weizenanbau im Rahmen der Initiative erfolgt an vier Standorten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Aus den Ergebnissen sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis erarbeitet werden, damit Landwirte auf ihren Standorten mit nachhaltigen Anbaustrategien das Beste herausholen können.
 
Dr. Hans-Josef Diehl, Leiter Entwicklung des Unternehmens, ergänzte die Ausführungen um konkrete Pflanzenschutz- und Saatgutprodukte. Mit Sphere wird die Zulassung für ein neues Rübenfungizid und mit MaisTer Power die Zulassung für ein Maisherbizid erwartet. Fencer wird die zweite Rapshybridsorte heißen.
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