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Bodenpreise haben Obergrenze erreicht

von , am
13.01.2015

Ist das Ende des häufig prognostizierten langfristigen Agrarbooms schon in Sicht? Die Wintertagung der Saaten-Union GmbH beschäftigte sich mit dieser und anderen spannenden Fragen.

Die Tagung der Saaten-Union in Magdeburg war gut besucht. © Eileen Nicolai
Die Veranstaltung der Saaten-Union fand am 12. Januar 2015 in Magdeburg statt. Zu den Rednern zählte Dr. Rüdiger Fuhrmann von der Nord/LB Agrar Banking. Sein Beitrag stand unter dem Motto "Ist der Agrarboom schon zu Ende?" Fuhrmann zufolge muss man sich diese Frage stellen. Denn: Trotz der steigenden Weltbevölkerung und dem damit wachsenden Nahrungsbedarf fallen die Agrarrohstoffpreise. Ein zusätzlicher Knackpunkt: Die steigenden Bodenpreise.

Chancen nicht ohne Risiken

Vor allem der Bodenmarkt ist laut Fuhrmann ein Schlüsselfaktor, wenn es um die Wirtschaftlichkeit von Agrarbetrieben geht. Er sieht die Obergrenze eines vertretbaren Preisniveaus erreicht und fordert, die Preise politisch zu regeln. Furhmann wies darauf hin, dass die Bodenkaufwerte sich auch auf den Pachtmarkt auswirken.
 
Die Forderungen bei Neuverpachtungen könnten zwar nur in kleinen Schritten angepasst werden. Auf einen Betrieb, der im Laufe der Jahre mehrere Flächen neu anpachte, kämen die steigenden Kosten dennoch schleichend zu.
 
Viele Agrarbetriebe hätten außerdem Schwierigkeiten, sich auf die zunehmende Preisvolatilität auf dem Milch- und dem Getreidemarkt einzustellen. Fuhrmann zufolge schwankten die Erlöse für 1 Hektar Weizen zwischen 2007 und 2013 um bis zu 840 Euro. In der Milchviehhaltung erreichten die Preisschwankungen im selben Zeitraum 1.200 Euro je Kuh. Trotz dieser Unsicherheiten könnten die Risiken aber nicht vollständig vermieden werden, denn ohne Risiken gebe es auch keine Chancen.

Kein Regionalprinzip

Cort Brinkmann von der Ländlichen Betriebsgründungs- und Beratungsgesellschaft (LBB) Göttingen erläuterte Möglichkeiten zur Umsetzung des Greenings und den damit verbundenen Prämien. Der Berater erklärte die Grundzüge der europäischen Agrarreform, wie etwa die gesonderte Förderung für Junglandwirte, die Umrechnungs- und Gewichtungsfaktoren für Greeningmaßnahmen und die Regelung, dass das Greening nicht dem Regionalprinzip unterliege. Letzteres bedeute, dass sämtliche Flächen, die unter einer Betriebsnummer geführt werden, zum Greening herangezogen werden, auch wenn sie sich in verschiedenen Bundesländern befinden.
 
Der agrarmanager hat sich zuletzt in Heft 12/2014 ab Seite 68 mit den Auflagen des Greenings beschäftigt. Ein kostenloses Probeabonnement können Sie hier anfordern.
 
 
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