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Britische Untersuchung: Mutiresistente E.coli-Keime kommen nicht aus Tierhaltung

von , am
28.05.2014

Eine hochinteressante Studie zur Verwandtschaft multiresistenter E.coli-Keime bei Mensch und Nutztier hat eine Gruppe von britischen Wissenschaftlern kürzlich veröffentlicht. Das Genkonstrukt, das die Bakterien bei Mensch und Schwein gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent macht, ist danach mit größter Wahrscheinlichkeit nicht in der Nutzviehhaltung entstanden.

© ThKatz/Fotolia
Eine Gruppe britischer Wissenschaftler (Wu et al., 2013) hat per Genomanalyse multiresistente E.coli-Bakterien bei Mensch und Nutztier auf deren Verwandtschaft untersucht. Beide Herkünfte zeigten dabei ähnliche Resistenz-Mechanismen, doch ein Vergleich des genetischen Aufbaus (sieben Gene wurden dabei analysiert) zeigte, dass nur 1,2% (3 von 285) aller untersuchten Bakterienproben aus Schweinebeständen eine 70%ige Ähnlichkeit zu bei Menschen gefundenen multiresistenten Stämmen aufwiesen. Diese 70% entsprechen laut den Forschern einem nur geringen Verwandtschaftsgrad, da selbst verschiedene Arten von Lebewesen über weite Strecken sehr ähnliche DNA-Abschnitte haben.
Anders ausgedrückt, fassten die mit der Studie befassten Wissenschafter zusammen, sei die Wahrscheinlichkeit, dass multiresistente E.coli-Stämme in der Humanmedizin ursprünglich aus der Schweinehaltung kommen, verschwindend gering. Gleichzeitig betonten Wu et al., dass die Übertragung von Mensch zu Mensch unbedingt in den Griff zu kriegen sei, um die weitere Verbreitung multiresistenter Erreger zu unterbinden.
Für die Entstehung der Multiresistenzen im Humanbereich spricht übrigens auch, dass in Schweinebeständen Carbapeneme-Resistenzen gefunden wurden, obwohl diese Wirkstoffe zu den Notfall-Antibiotika gehören, die in der Veterinärmedizin nicht eingesetzt werden. Dass dennoch Schweine diese mutierten Erreger trugen, dürfte wohl vor allem durch eine Übertragung von Mensch zu Tier (statt wie üblich angenommen von Tier zu Mensch) zu erklären sein.

Einen ausführlicheren Bericht zu der angeführten Studie - allerdings nur auf englisch und nur nach kostenloser Anmeldung auf der Seite - nebst erklärender Ergänzungen der beteiligten Wissenschaftler finden Sie auf www.pigprogress.net.
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