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Bundestagung der landwirtschaftlichen Fachschulen

von , am
22.11.2013

Im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin tagten vergangene Woche die landwirtschaftlichen Fachschulen zu dem Thema "Perspektiven im landwirtschaftlichen Bildungssystem". Vor allem die sinkenden Schülerzahlen und der zunehmende Lehrkräftemangel sorgten für Diskussionsstoff unter den Teilnehmern.

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Wie soll es mit den Fachschulen in Zukunft weitergehen? Wie können neue Nachwuchslehrkräfte für die Fachschulen begeistert werden? Wie kann man sich gegen die Konkurrenz der Hochschulen und Universitäten wehren?
Diese und andere Fragen beschäftigten die mehr als 50 Gäste, unter anderem Vertreter der Fachschulen, des Deutschen Bauernverbandes und des Bundesverbandes Landwirtschaftlicher Fachbildung, die an der diesjährigen Fachschultagung in Berlin teilnahmen.
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Unsichere Zukunft für Fachschulen


Rund 130 landwirtschaftliche Fachschulen gibt es aktuell bundesweit. Doch die sinkenden Schülerzahlen und der Mangel an motivierten Lehrkräften tragen dazu bei, dass die Fachschulen mehr und mehr um ihre Existenz kämpfen müssen. Dabei ist das Bildungskonzept der Fachschule nach wie vor sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Die Schüler werden sowohl praktisch, als auch theoretisch auf ihre zukünftigen Berufe vorbereitet, zum Beispiel zum "staatlich geprüften Betriebswirt". Die Fachschule kann dabei sowohl einjährig als auch zweijährig besucht werden. Um die Arbeitsspitzen in der Landwirtschaft zu berücksichtigen, gibt es an vielen Fachschulen auch die Möglichkeit einer sogenannten Winterschule, bei der sich die Fachschulausbildung auf die Wintermonate beschränkt.
Die Ursache des Problems wurde auf der Tagung schnell gefunden: Es gibt zu viele junge Leute, die nach dem Abitur lieber an Universitäten oder Hochschulen studieren wollen, als die weitere Ausbildung an einer Fachschule wahrzunehmen. Die Fachschule scheint nicht mehr "in" zu sein.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die fehlende Durchlässigkeit im deutschen Bildungssystem. So erschweren Bürokratie und mangelnde Transparenz beispielsweise den Wechsel zwischen Fachschule, Hochschule oder Universität, da die Anerkennung bisheriger Prüfungsleistungen auf die kommende Ausbildung nicht exakt definiert und durchführbar ist.
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Konkrete Verbesserungsvorschläge

Um in Zukunft wieder mehr junge Leute für die Aus- und Weiterbildung an einer Fachschule zu begeistern, wurde unter anderem vorgeschlagen, die Fachschulen insgesamt stärker zu bewerben. Dies kann beispielsweise realisiert werden, indem bei Messen oder Karriereveranstaltungen aktiver auf den potentiellen Nachwuchs zugegangen wird. Als weitere Maßnahme wurde ein noch deutlicherer Zusammenschluss der deutschen Fachschulen vorgeschlagen, um eine starke Marke "Fachschule" inklusive passenden Image zu kreieren und dieses mit Kampagnen zu festigen. Um den wachsenden Ansprüchen der Schüler gerecht zu werden, sollten die Lehrpläne zukünftig abwechslungsreicher gestaltet werden, zum Beispiel mit mehr Exkursionen, Projektarbeiten und Betriebsbesichtigungen.  
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