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Cioloş aus dem Rennen

von , am
05.09.2014

Für EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş wird es keine zweite Amtszeit in Brüssel geben. Das soll der Rumäne gestern selbst bei einem Treffen mit Vertretern des EU-Bauernverbandes COPA eingeräumt haben, wie die niederländische "Boerderij" berichtet.

Dacian Ciolos © European Commission
Noch hat der künftige Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein Team nicht offiziell benannt. Die Kandidatengespräche laufen. Mitte nächster Woche will Juncker den Entwurf seiner Ressortverteilung vorstellen. Doch in Brüssel verfestigt sich der Eindruck, dass der ehemalige irische Umweltminister Phil Hogan der nächste Agrarkommissar werden dürfte. Gegen den ebenfalls genannten Spanier Miguel Arias Canete spricht, dass das finanziell bedeutende Agrarressort üblicherweise von einem Vertreter eines "kleinen" Mitgliedstaates geführt wird.
 
Nach einem vorläufigen Organigramm, dass dem europäische Nachrichtendienst Euractiv zugespielt worden sein soll, wird der deutsche Günther Oettinger vom Energie- in das Handelsressort wechseln. Das war der Wunsch der Bundesregierung. Oettinger würde damit Chefunterhändler der EU für das umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA. Für das Amt des EU-Umweltkommissars gilt die dänische Liberale Margrethe Vestager als Favoritin.
 
Das Aus für Cioloş war besiegelt, als Rumänien seine Europaabgeordnete Corina Creţu als zweite Kandidatin benannte. Da Juncker händeringend nach weiblichen Kandidaten suchte, um wenigstens neun Kommissarsposten mit Frauen besetzen zu können, kam ihm dieser Vorschlag aus Bukarest entgegen. Creţu hat ihr "Bewerbungsgespräch" mit Juncker gestern absolviert.
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