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Claas: Hohe Abschreibung auf Russland-Werk

von , am
15.12.2014

Das Landtechnikunternehmen Claas hat in einem insgesamt rückläufigen Weltmarkt für Landtechnik seinen Umsatz 2014 gehalten. Das Ergebnis vor Steuern ging jedoch um 47,5 Prozent auf 155,1 Millionen Euro zurück. Vor allem eine Wertberichtigung von 50 Millionen Euro auf das im Bau befindliche Mähdrescherwerk im russischen Krasnodar beeinträchtigte das Resultat.

Lothar Kriszun, Sprecher der Claas-Geschäftsführung. © Norbert Lehmann
Der Sprecher der Claas-Geschäftsführung Lothar Kriszun begründete die hohe Sonderabschreibung heute bei der Vorlage der Geschäftszahlen in Düsseldorf mit der unsicheren politischen Lage in Russland. Die Situation zwinge zu kaufmännischer Vorsicht. Bisher investierte das Unternehmen rund 60 Millionen Euro in den neuen Produktionsstandort. Diese Summe wurde nun zu mehr als 80 Prozent abgeschrieben. Dennoch will der Konzern in den nächsten Monaten weitere 40 Millionen Euro in das Werk investieren, um Ende 2015 die Produktion aufzunehmen. Entscheidend für den langfristigen Erfolg wird sein, ob die mit hoher Fertigungstiefe in Russland produzierten Erntemaschinen politisch als nationales Erzeugnis anerkannt werden, damit die Maschinen von den gleichen Finanzierungshilfen profitieren wie die russischer Hersteller. Das ist allerdings keineswegs gesichert. Daher schloss Kriszun eine weitere Wertberichtigung auf die Investitionen in Russland nicht aus.

Teure Abgasnormen

Mit Blick auf den globalen Landtechnikmarkt berichtete Kriszun von einem insgesamt um 6 bis 10 Prozent schrumpfenden Volumen. Vor diesem Hintergrund ist Claas mit einem unveränderten Umsatz von 3,8 Milliarden Euro zufrieden, auch wenn die Umsatzrendite mit 4,1 Prozent deutlich geringer ausfiel als in früheren Jahren. Dazu trugen auch die deutlich teureren Motoren bei, die in der Lage sind, die neuesten Abgasnormen zu erfüllen. Kriszun zufolge sind die höheren Kosten nur schwer am Markt zu realisieren.
 
Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet Claas einen erneuten Rückgang des weltweiten Landtechnikmarktes um rund 10 Prozent. Dies liegt an den niedrigeren Erzeugerpreisen, aber auch an der politisch instabilen Lage in Russland und der Ukraine. Das Familienunternehmen aus Harsewinkel will Umsatz und Gewinn aber auf dem Niveau des Vorjahres halten. Wachstumspotenzial sieht Claas in China, aber auch am deutschen Traktorenmarkt. Die langfristigen Aussichten für die Landwirtschaft bleiben nach Einschätzung von Kriszun gut angesichts der wachsenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Energieträgern.
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