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DBV: Lidl gegen weitere Milchpreissenkung

von , am
28.08.2015

Der Discounter Lidl hat sich nach Darstellung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bereit erklärt, in der anstehenden Verhandlungsrunde für Molkereiprodukte die Einkaufspreise nicht weiter zu senken.

© C. Rudolph
Darüber hinaus soll Lidl in den Gesprächen mit DBV-Vertretern auch Verhandlungsbereitschaft für eine Erhöhung der Einkaufspreise für Trinkmilch in Deutschland signalisiert haben. DBV-Präsident Joachim Rukwied wertete die Zusage von Lidl als wichtiges Signal für die Milcherzeuger. "Damit stellt sich Lidl Deutschland seiner Verantwortung für die Lebensmittelkette und unterstützt die Landwirte in einer für sie äußerst schwierigen Weltmarktlage", sagte Rukwied. Er betonte, natürlich erwarteten die Landwirte auch von anderen Unternehmen des Lebensmittelhandels ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein.
 
Damit weist der DBV-Präsident auf den entscheidenden Punkt hin: Was die Äußerung des Lidl-Managements gegenüber dem Bauernverband wirklich wert ist, zeigt sich, wenn der große inländische Konkurrent Aldi für die nächste Preisrunde die Richtung vorgibt. Sollte Aldi von den Molkereien die Trinkmilch noch billiger angeboten bekommen und den Spielraum an die Verbraucher weitergeben, wäre es ein Novum, wenn Lidl bei diesem wichtigen Eckpreis nicht gleichziehen würde.
 
Allerdings ist die Stimmung am Milchmarkt inzwischen so aufgeheizt, dass eine weitere Verbraucherpreissenkung für keinen Einzelhändler ohne Proteste abgehen dürfte. Auch ein Imageschaden als Preisdrücker wäre zu befürchten. Insofern geht Lidl ein überschaubares Risiko ein. Bei einem Preisniveau von gegenwärtig nur 55 Cent je Liter H-Milch mit 3,5 Prozent Fett würde die nächste Rotstiftrunde bedeuten, unter die Schwelle von 50 Cent zu sinken.
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