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Deutschland: Hagelschäden von 70 Millionen Euro

von , am
23.07.2015

Die kräftigen Unwetter der vergangenen Wochen mit Sturm und Hagel haben auf deutschen Äckern Schäden in Millionenhöhe verursacht. Betroffen sind mehr als 150.000 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Hagelschäden in Weizenbeständen rund um Mansfeld in Sachsen-Anhalt. © Verenigte Hagelversicherung
Schäden in Höhe von rund 70 Millionen Euro sind seit Jahresanfang auf deutschem Ackerland durch Hagel bis zu einer Größe von Tennisbällen, Platzregen und Orkanböen entstanden. Das berichtet der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Hagelversicherung Dr. Rainer Langner.
 
Besonders im Juli sei kein Tag vergangen, an dem keine Hagel- oder Sturmschäden gemeldet worden seien. Etwa 30.000 geschädigte Positionen mit einer Gesamtfläche von circa 150.000 ha wurden bei der Vereinigten Hagelversicherung allein in den vergangenen drei Wochen verzeichnet.
 

Die nächsten Wochen entscheiden

Betroffen waren alle angebauten Kulturen, vor allem aber Raps, Getreide, Kartoffeln, Rüben und Mais. Hülsenfrüchte, die zur Erfüllung von Greeningvorschriften verstärkt angebauten wurden, haben ebenfalls gelitten. Hinzu kommen Schäden in Sonderkulturen wie Obst, Gemüse, Wein und Hopfen. Die festgestellten Schadenquoten reichen in druschreifen Rapsbeständen häufig bis hin zu Totalverlusten.
Entscheidend für die weiteren Ernteergebnisse ist, das betont die Vereinigte Hagelversicherung, der Witterungsverlauf in den nächsten Wochen. Da viele Kulturen kurz vor der Reife stehen, sind die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt am stärksten gefährdet. Die Versicherungsexperten heben hervor, dass beispielsweise bei Raps schon ein leichter Hagelschauer ausreicht, um die Schoten aufzubrechen und die Saat zu vernichten.
 

Flächendeckende Schäden

Auch die Maisbestände um Mansfeld haben unter den schweren Unwettern gelitten. © Vereinigte Hagelversicherung
Laut Angaben der Vereinigten Hagelversicherung blieb in diesem Jahr kaum eine Region in Deutschland von Unwettern verschont, besonders schwer hat es jedoch die Bezirksdirektionen Berlin, Gießen und Alzey sowie den Süden Deutschlands getroffen.
Im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden am vergangenen Wochenende (18./19. Juli) innerhalb weniger Stunden über 1.900 Feldstücke mit einer Gesamtfläche von etwa 35.000 ha als geschädigt gemeldet. Die meisten Schäden entfallen dabei auf druschreife Weizen- und Rapsbestände, aber auch auf Mais, Rüben, Kartoffeln, Hopfen, Wein sowie Kernobst. Schadenquoten bei Weizen bis zu 50 %, bei Raps und Hülsenfrüchten sogar bis zu 100 % waren die Folge.
 
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