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EEG 2014 hemmt Direktvermarktung

von , am
25.08.2015

Die Direktvermarktung von Strom aus Biogas ist seit Anfang 2015 deutlich rückläufig. Der Grund: Nicht alle Betreiber können die seit Januar gesetzlich geforderte Fernsteuerbarkeit der Anlagen gewährleisten.

In den Jahren zuvor war die Direktvermarktung insbesondere seit 2012 stark gestiegen. Wie das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) in seinem jetzt veröffentlichten Monitoring-Zwischenbericht erläutert, wechselten mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz 2012 (EEG 2012) viele Anlagenbetreiber aus dem Grünstromprivileg in die Direktvermarktung, um die Marktprämie in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig nahm die Direktvermarktung von Biogas-vor-Ort-Verstromungsanlagen kontinuierlich zu. Dieser Aufwärtstrend wurde mit dem EEG 2014 gebrochen.
 
Das EEG 2014 brachte auch den Neubau von Biogasanlagen praktisch zum Erliegen, wie das von der Bundesregierung gewünscht wurde. Nach dem Inkrafttreten am 1. August 2014 wurden fast nur noch Güllekleinanlagen zugebaut. Für diese gilt weiterhin eine gesonderte Vergütungsklasse. Die Stromerzeugung aus Biomasse ist daher von 36,33 TWh im Jahr 2013 nur um moderate 5 Prozent auf 38,17 TWh im vorigen Jahr gestiegen. Gegenwärtig stehen in Deutschland rund 7.800 Biogasanlagen mit Vor-Ort-Verstromung und einer installierten elektrischen Leistung von etwa 4.500 MW. Mehr als die Hälfte der Anlagen entfällt auf Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Mais weiter führend

Gemessen an der Masse werden in den Biogasanlagen vor allem Gülle und Festmist als Substrat verwendet. Auf die Energie bezogen ist hingegen Maissilage das wichtigste Substrat. Nach Rückmeldung der Anlagenbetreiber lagen die mittleren Substratkosten für Maissilage 2014 bei 35,9 Euro je Tonne Frischmasse. Damit blieb Maissilage, bezogen auf die Methanausbeute, mit 0,34 Euro je cbm Methan weiterhin das günstigste Biogassubstrat unter den nachwachsenden Rohstoffen. Grassilage war mit 0,35 Euro je cbm Methan das zweitgünstigste Substrat.
 
Die Vergärung von Bio- und Grünabfällen sowie von gewerblichen organischen Abfällen spielt eine untergeordnete Rolle. Derzeit sind etwa 140 Abfallvergärungsanlagen in Betrieb, die ausschließlich oder überwiegend kommunale oder gewerbliche organische Abfälle vergären. In 183 Anlagen wurde das Rohbiogas zu Biomethan aufbereitet.
 
Der vollständige Monitoring-Zwischenbericht steht auf den Internetseiten des DBFZ als PDF-Datei zur Verfügung.
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