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Einschränkungen für Reserveantibiotika

von , am
20.03.2015

Der Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung soll deutlich strenger reguliert werden. Auch ein Verbot von einzelnen Wirkstoffen ist nicht ausgeschlossen. Darauf haben sich die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern heute auf ihrer Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Homburg geeinigt.

Der Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Hermann Onko Aeikens, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, Peter Sanftleben, und die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (v.l.n.r.) verkünden die Ergebnisse der Agrarministerkonferenz vom 20. März 2015 in Bad Homburg. © Norbert Lehmann
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kündigte an, er werde einen entsprechenden Verordnungsentwurf vorlegen. In einer Negativliste sollen jene antimikrobiellen Wirkstoffe aufgeführt werden, die in der Tiermedizin entweder gar nicht, nur nach Erstellung eines Antibiogramms oder nur für eng in der Zulassung definierte Anwendungsgebiete eingesetzt werden dürfen.
 
Die amtierende AMK-Vorsitzende, die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, versicherte, der Bund habe zugesagt, die Liste "zügig" vorzulegen. Die rheinland-pfälzische Agrarministerin Ulrike Höfken verwies auf eine Schätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), wonach in der EU jährlich rund 25.000 Todesfälle auf multiresistente Keime zurückzuführen sind. Darum müssten bestimmte Wirkstoffe in der Tierhaltung verboten werden oder nur noch sehr stark eingeschränkt einsetzbar bleiben. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hob hervor, das Problem der Antibiotika-Resistenzen müsse in Zusammenarbeit mit der Humanmedizin angegangen werden.

Enthornen nur mit Betäubung

Im Zusammenhang mit der Enthornung von Kälbern sprachen sich die Agrarminister dafür aus, dass gemäß § 5 des Tierschutzgesetzes neben der Gabe von Schmerzmitteln auch die Gabe von Betäubungsmitteln als verpflichtend anzusehen sei. Das Bundesressort wies darauf hin, die Abgabe von Sedativa durch den Tierarzt an den Landwirt sei zur Anwendung im Rahmen des Enthornens von Kälbern tierarzneimittelrechtlich zulässig.
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