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Emmi erwirbt Mehrheit an Gläserner Meierei

von , am
27.08.2014

Der Schweizer Molkereikonzern Emmi stockt seine Beteiligung an der norddeutschen Gläsernen Meierei von 24 auf 76 Prozent auf. Hubert Böhmann, der Gründer des Unternehmens, wird die Geschäfte vorerst weiterführen. Das gab Emmi heute anlässlich der Vorlage der Halbjahreszahlen in Luzern bekannt.

Der Schweizer Emmi-Konzern übernimmt die Mehrheit an der nordostdeutschen Gläsernen Meierei. © Werkbild
Emmi ist seit 2012 an der Gläsernen Meierei beteiligt. Das Unternehmen verfügt über Standorte in Münchehofe, Brandenburg, und Dechow, Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ein führender Biomilch-Verarbeiter im Nordosten mit einem hochwertigen Sortiment an Milch, Käse und weiteren Milchprodukten. Urs Riedener, CEO von Emmi: "Die Gläserne Molkerei ist ein vorbildlich geführtes Unternehmen mit modernen Produktionsstätten und hochwertigen Bio-Produkten. Das breite Sortiment und die starke Position in Norddeutschland werden unsere Präsenz in einem wachsenden Segment weiter stärken."
 
Weniger positiv entwickelte sich für Emmi das Geschäft in Italien. Auf das Tochterunternehmen Trentinalatte musste der Konzern im ersten Halbjahr eine Wertberichtigung von umgerechnet fast 32 Millionen Euro vornehmen. Grund ist das schwache Joghurtgeschäft in Italien. Emmi prüft bei Trentinalatte nun alle Optionen von der Weiterführung bis hin zur Liquidation oder dem Verkauf des Tochterunternehmens.

Gewinnerwartung reduziert

Die Wertberichtigung verhagelte den Schweizern das Halbjahresergebnis. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf umgerechnet 32,9 Millionen Euro zurück. Der Reingewinn wurde sogar um mehr als drei Viertel auf nur noch 8,1 Millionen Euro geschmälert. Der Umsatz entwickelte sich hingegen innerhalb der Erwartungen und wuchs um 3,7 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr geht Emmi von keinen wesentlichen Veränderungen der Marktsituation aus. Auch der Milchpreis soll sich im bisherigen Rahmen bewegen. Daher behielt Emmi die Umsatzprognose bei, reduzierte aber die Gewinnerwartung von 128 Millionen bis 141 Millionen Euro auf nur noch 97 Millionen bis 109 Millionen Euro.
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