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EU verstärkt Absatzförderung in Drittstaaten

von , am
21.04.2015

Die Europäische Kommission hat heute 41 neue Programme zur Förderung des Absatzes von Agrarerzeugnissen in der EU und auf Drittlandsmärkten genehmigt. Einen Zuschlag erhielten auch zwei Anträge aus Deutschland.

© Europäische Kommission
Alle Programme sind für einen Zeitraum von drei Jahren mit Mitteln in Höhe von insgesamt 130 Millionen Euro ausgestattet, die zur Hälfte
 aus dem EU-Haushalt stammen. In diesem Betrag inbegriffen sind 30 Millionen Euro an EU-Geldern, die die Kommission nach dem russischen Einfuhrverbot für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Gemeinschaft vom August vergangenen Jahres zusätzlich zur Verfügung gestellt hat. Daher betreffen 24 Programme den Absatz in Drittländern und nur 17 sind für den Binnenmarkt bestimmt. In der vorangegangenen Runde bezogen sich hingegen fast zwei Drittel der Maßnahmen auf den Binnenmarkt. Die betreffenden Drittländer und -regionen sind: Naher Osten, Nordamerika, Südostasien, China, Japan, Südkorea, Afrika, Russland, Belarus, Kasachstan, Australien und Norwegen.
 
EU-Agrarkommissar Phil Hogan erklärte: "Die Förderung des Absatzes von Agrarerzeugnissen aus der EU auf den Weltmärkten ist eine starke und proaktive Reaktion auf das russische Embargo. Dank der Aufstockung der Mittel für Absatzförderungsmaßnahmen können wir unsere Erfolgsgeschichte fortsetzen und die Ausfuhren hochwertiger EU-Agrarerzeugnisse auf den Weltmarkt weiter steigern." Trotz der von der Russischen Föderation einseitig verhängten Beschränkungen haben die Ausfuhren von EU-Agrarerzeugnissen nach Drittländern im Zeitraum August bis Dezember 2014 wertmäßig gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr um 2 % zugenommen.
 
Aus Deutschland wurden zwei Programme im Gesamtvolumen von rund 1,8 Millionen Euro über den Förderzeitraum von drei Jahren gebilligt. Sie wollen den Absatz von verarbeitendem Obst und Gemüse in Deutschland beziehungsweise von Spezialitäten mit geschützter Ursprungsangabe (g.U.) oder geschützten geographischen Angaben (g.g.A.) und von garantiert traditionellen Spezialitäten (g.t.S.) in China fördern.
 
Die jetzt genehmigte Programmrunde ist die erste von zwei Runden für 2015, den letzten im Rahmen der derzeit geltenden EU-Verordnung 3/2008. Am 1. Dezember 2015 treten die bei der Reform der EU-Absatzförderungspolitik im vergangenen Jahr vereinbarten neuen Bestimmungen in Kraft. Neben einer schrittweisen Erhöhung des Beitrags aus dem EU-Haushalt auf 200 Millionen Euro jährlich sieht die
 neue EU-Verordnung 1144/2014 vor, dass die nationale Kofinanzierung entfällt. Es werden ein einziges Genehmigungsverfahren eingeführt und der Kreis der Begünstigten und förderfähigen Erzeugnisse erweitert.
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