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EU will Antibiotikaeinsatz beschränken

von , am
11.09.2014

Die Europäische Kommission will bestimmte Antibiotika der Behandlung von Menschen vorbehalten und demzufolge deren Einsatz in der Tierhaltung einschränken. Dazu hat die Kommission jetzt zwei Verordnungsvorschläge vorgelegt.

© Archiv
Mit ihren Verordnungsentwürfen will die Brüsseler Behörde die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen eindämmen, zugleich aber auch das EU-Recht für Tierarzneimittel harmonisieren und vereinfachen. Im Ergebnis sollen für die Behandlung von Tierkrankheiten mehr und bessere Medikamente zur Verfügung stehen als bisher. Dazu soll das Zulassungsverfahren vereinfacht werden. Ziel ist, den Mangel an Arzneimitteln für Tierarten mit geringerer wirtschaftlicher Bedeutung wie beispielsweise Bienen, Ziegen, Truthähne und Pferde zu beseitigen.
 
Außerdem soll die aus dem Jahr 1990 stammende Richtlinie über Fütterungsarzneimittel durch eine neue Verordnung abgelöst werden. Die Verordnung soll die Produktionsstandards und die Vermarktung von Arzneifuttermitteln auf einem "angemessenen Sicherheitsniveau" vereinheitlichen. Der präventive Einsatz von Arzneifuttermitteln oder als Wachstumsförderer soll verboten werden. Darüber hinaus sollen EU-weit geltende Rückstandshöchstmengen für Tierarzneimittel in gewöhnlichen Futtermitteln in einer Höhe festgelegt werden, die Antibiotikaresistenzen verhindert. Dieser Verordnungsvorschlag gilt ausdrücklich auch für Haustiere.
 
Über beide Entwürfe werden nun das Europäische Parlament und der Ministerrat im Mitentscheidungsverfahren beraten.
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