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Fendts Flaggschiff und andere Neuheiten

von , am
08.09.2015

Vor wenigen Tagen präsentierte Fendt seine Neuheiten für die Agritechnica. Dabei gab es auch detaillierte Informationen zur Technik des Traktoren-Spitzenmodells Vario 1000. Im ersten Quartal 2016 beginnt die Auslieferung an die Kunden.

Der Fendt 1000 im Einsatz. © Werkfoto
Der Fendt Vario 1000 mit 14 t Leergewicht wird in vier Modellen mit 380, 420, 460 und 500 PS angeboten. Der MAN-Sechszylinder hat 12,4 l Hubraum. Daraus schöpft er ein maximales Drehmoment von bis zu 2.400 Nm bei nur 1.100 Umdrehungen pro Minute (U/min). Der Hauptarbeitsbereich liegt zwischen 1.150 und 1.550 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erreicht der Schlepper mit spritsparenden 1.450 U/min.
 
Für diese Leistung wurde ein neues stufenloses Getriebe entwickelt. Die Allradtechnologie umfasst einen Hydromotor für die Hinterachse, der mit einer hydrostatisch-mechanischen Leistungsverzweigung im gesamten Geschwindigkeitsbereich auf die Hinterachse wirkt. Der Hydromotor für die Vorderachse ist direkt mit der Vorderachse verbunden und sorgt somit hauptsächlich auf dem Feld für eine hohe Zugkraft. Da der Hydromotor der Vorderachse ab etwa 25 km/h kein Drehmoment mehr an die Vorderachse abgibt, wird dieser bei höheren Geschwindigkeiten komplett abgekoppelt, was Leistungsverluste vermeidet.
 
{BILD:642823:jpg}Herzstück der neuen Luftführung zur Kühlung - Concentric Air System genannt - ist ein konzentrischer Hochleistungslüfter, der vor den Kühlpaketen sitzt und kalte Luft durch die Wärmetauscher drückt (Foto). Die leicht nach oben geneigte Lüfteranordnung und eine abgerundete Lüfterhutze sichern eine breite Luftanströmung und reduzieren das Ansaugen von Ernterückständen. Um bei starker Staubbelastung die Kühlleistung auf einem konstant hohen Niveau zu halten, ist optional eine Umkehrfunktion integriert. Das Concentric Air System (CAS) wird durch einen eignen Hydraulikmotor angetrieben. Damit ist das CAS komplett von der Motordrehzahl entkoppelt und kann flexibel und bedarfsgerecht angesteuert werden. Das führt zu einer Reduktion der benötigten Antriebsleistung um bis zu 70% im Vergleich zum Standardlüfter.
 
Hinterreifen mit einer Höhe von 2,35 m und eine Zapfwelle mit 1.300 U/min sind weitere technische Details des "German Meisterwerk", wie die Baureihe vor einem Jahr bei der ersten Vorstellung betitelt wurde.
 

Innenreifen als Druckspeicher

Schnitt durch ein Hinterrad mit VarioGrip Pro. © Werkfoto
Die Weiterentwicklung der Reifendruckregelanlage VarioGrip zur VarioGrip Pro wurde mit vom Agritechnica-Veranstalter DLG mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit der Firma Mitas wurde das Konzept eines integrierten Innenreifens entwickelt. Mit dieser Konstruktion werden zwei Effekte erreicht: Es verringert sich laut Fendt zum einen das zu befüllende Volumen des Außenreifens um etwa 30 Prozent. Zum anderen dient der mit hohem Druck vorgeladene Innenreifen als leistungsfähiger Druckspeicher für eine direkte Befüllung des Außenreifens. Die Befüllzeiten von 0,8 auf 1,8 bar werden dadurch auf rund 30 Sekunden verringert. Die Traktions- und Tragfähigkeitseigenschaften des Außenreifens bleiben dabei unverändert erhalten. Das neue System wird vorerst nur für den Vario 900 verfügbar sein.
 

Mähdrescher

So sieht der Fahrer das Bild der vier Kameras auf seinem Terminal. © Werkfoto
Die Mähdrescher der E-Serie wurden überarbeitet. Bemerkenswert: Der 5185 E für kleine Betriebe erhält einen kleinen 4-Zylinder-Motor mit 4,9 l Hubraum und einer Leistung von 176 PS. AGCO/Fendt bietet mit einem neuen 360 Grad-Kamerasystem mehr Überblick und Sicherheit rund um den Mähdrescher.
 
Vier Ultraweitwinkel-Kameras, angebracht an allen vier Seiten der Maschine, kombinieren ihre Digitalaufnahmen zu einem einzigen Bild auf dem Terminal. Damit werden schwer einsehbare Bereiche des Fahrzeugs dargestellt und der Fahrer sieht die gesamte Maschine praktisch aus der Vogelperspektive.
 
Das 360 Grad-Kamerasystem ist für die Mähdrescher der X- und der P-Serie erhältlich.
 

Futterernte

Der elektrische Antrieb ist in die Schwaderglocke integriert. © Werkfoto
Der Feldhäcksler Katana 65 ist ab der Agritechnica 2015 mit einem MTU-Motor mit 15,6 l Hubraum und 460 KW/625 PS ausgestattet. Eine überarbeitete Motorinstallation sowie ein neues Kühlpaket wappnen ihn dem Hersteller zufolge für die widrigsten Erntebedingungen.
 
Auch hat AGCO/Fendt sein Quaderballenpressen-Programm überarbeitet und die Modelle 990, 1270, 1290 und 1290 XD mit einem neuen Schneidwerk ausgerüstet. Das Augenmerk liegt dabei auf einem neu konstruierten Schneidrotor und einer leicht zugänglichen Messerschublade.
 
Fendt bietet in Zukunft seinen Kunden außerdem Kreiselschwader, Heuwender sowie Trommel- und Scheibenmähwerke an. Als erster Hersteller wird AGCO/Fendt auf der Agritechnica einen Kreiselschwader mit elektrischem Integralantrieb vorstellen, bei dem der Elektromotor direkt in die Schwaderglocke integriert ist.
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