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Fonterra plant Entlassungen

von , am
16.07.2015

Angesichts der sehr niedrigen Preise am Weltmilchmarkt plant die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra kurzfristig einen kräftigen Personalabbau.

© Fonterra
Wie Fonterra-Vorstandschef Theo Spierings heute bekannt gab, sollen ab September 523 Mitarbeiter in Neuseeland entlassen werden. Dadurch sollen die Personalkosten um jährlich umgerechnet bis zu 36 Millionen Euro reduziert werden. Das Unternehmen steht unter Druck, seine Effizienz zu steigern. Die rasant verfallenden Exporterlöse, allein in dieser Woche gaben die Preise für Molkereiprodukte in der Online-Auktion Global Dairy Trade (GDT) um mehr als 10 Prozent nach (Zugriff nur für Abonnenten), belasten die Ertragslage. Dabei war schon das Halbjahresergebnis für den Zeitraum Juli 2014 bis Januar 2015 enttäuschend. Trotz einer Absatzsteigerung um 10 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum sank der Umsatz um 14 Prozent. Der Gewinn vor Steuern brach um ein Drittel auf 180 Millionen NZD (109 Millionen Euro) ein.

McKinsey an Bord

Seit gut einem halben Jahr durchleuchtet nun die Unternehmensberatung McKinsey die neuseeländische Genossenschaft. Anfang August will Vorstandschef Spierings über weitere Einzelheiten eines geplanten Sparpakets informieren. Seine erklärte Absicht ist, die Verwaltung zu verschlanken sowie Marketing und Vertrieb zu stärken. Der Fokus soll auf einen höheren Cashflow gerichtet werden. Fonterra ist in Neuseeland in die Kritik der landwirtschaftlichen Eigentümer geraten, weil das Milchgeld und die Dividende zuletzt erheblich gesunken sind. Eine weitere Anpassung nach unten droht Anfang nächsten Monats. Dabei sind viele Milchviehbetriebe längst in den roten Zahlen. Zugleich wurde bekannt, dass im Unternehmen allein in Neuseeland 17 Mitarbeiter ein Jahresgehalt von über 1 Million NZD (608.000 Euro) beziehen.
 
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