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Forderung statt Langeweile

von , am
02.07.2013

Beim 6. Wilhelm-Stahl-Symposium stellten sich namhafte Referenten der Problematik rund um die Ressourceneffizienz in der Nutztierhaltung und präsentierten interessante Lösungsansätze aus der Forschung für die Praxis. Wir fassen zusammen, was Prof. Dr. Birger Puppe vom FBN Dummerstorf zum Thema Schweinefütterung zu sagen hatte.

Veranstalter des Wilhelm-Stahl-Symposiums war das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf.
Es ist kein Geheimnis, dass der weltweite Bedarf an proteinreichen Nahrungsmitteln tierischer Herkunft sich bis 2050 verdoppeln wird. Dafür ist eine enorme Steigerung der Produktion nötig. Immer häufiger fallen in diesem Zusammenhang Begriffe wie Leistungssteigerung und Ressourceneffizienz. Doch was bedeuten diese beiden Wörter eigentlich?
 
Leistungssteigerung ganz klar - mehr Fleisch, mehr Milch, mehr Eier. Aber was beinhaltet Ressourceneffizienz? Der effiziente Einsatz von Boden, Wasser, Luft? Erhaltung und Tierschutz? Und wie lassen sich Leistungssteigerung und Ressourceneffizienz in Zukunft vereinbaren?
 
Beim 6. Wilhelm-Stahl-Symposium haben sich zehn Referenten der Problematik rund um die Ressourceneffizienz in der Nutztierhaltung gestellt und vor einem gut gefüllten Hörsaal Lösungsansätze aus der Forschung präsentiert.
 
Einer von ihnen war Prof. Dr. Birger Puppe vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie. Sein Forschungsfeld ist die Futteraufnahme von Schweinen. In der Schweinehaltung treten - bedingt durch Beschäftigungsmangel - immer wieder Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Schwanzbeißen oder Stangenbeißen auf. Um Lösungen für dieses Problem zu finden, wurde auf Erfahrungen in der Zootierhaltung zurückgegriffen. Dort begegnet man Verhaltensstörungen durch das sogenannte behavioral enrichment (zu deutsch Verhaltensbereicherung): Eisbomben für Eisbären, mit Rosinen präparierte Holzstücke für Schimpansen, schwer erreichbare Fleischstücke für Raubkatzen halten die Tiere geistig und körperlich in Bewegung.
 
Diese Idee versucht Prof. Dr. Puppe mit seinem Team in die Schweinefütterung zu übertragen. Jedem Schwein wird eine bestimmte Tonsequenz zugeordnet, auf die es während der Fütterung geprägt wird. Ziel ist es, Rangkämpfe während der Futteraufnahme zu vermeiden, indem jedes Tier nur dann zum Futterautomaten geht, wenn es aufgerufen wird. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass sich das System positiv auf die Gesundheit der Schweine auswirkt. Die Tiere zeigen weniger Aggressionen, eine stabilere Gesundheit und eine bessere Fleischqualität. Die Untersuchung ist ein Schritt, zur Verbesserung der Tiergesundheit und zur Steigerung des Tierwohls und Tierschutzes.
 
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Marleen Zschiesche für den agrarmanager
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Falls wir Sie neugierig gemacht haben auf das Thema Verhaltenssteuerung in der Schweinefütterung: Mehr dazu lesen Sie im Augustheft des agrarmanager.
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