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G7: Antibiotika vorsichtiger einsetzen

von , am
09.06.2015

Die Regierungschefs der G7-Staaten haben sich zu gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen bekannt.

Im Uhrzeigersinn: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande, Großbritanniens Premierminister David Cameron, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, Japans Premierminister Shinzo Abe, Kanadas Premierminister Stephen Harper und US-Präsident Barack Obama sitzen in Schloss Elmau zu Beginn der dritten Arbeitssitzung der G7 zusammen. © BPA
"Wir stehen in der Pflicht, die Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten zu verbessern und vorsichtiger im Umgang mit Antibiotika zu sein", heißt es in einem der Abschlussdokumente des Gipfeltreffens von Schloss Elmau. Nach Auffassung der Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA muss die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen in zweifacher Weise angegangen werden: Durch die Erhaltung der Wirksamkeit bestehender und künftiger Antibiotika und durch Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika, Impfstoffe, von Behandlungsalternativen und Schnelltests.
 
Die G7-Führer unterstützen uneingeschränkt den kürzlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgelegten Aktionsplan zu Antibiotikaresistenzen. Sie bekräftigen, eigene nationale Aktionspläne zu erstellen oder zu überarbeiten und wirksam umzusetzen. Die Fachminister der G7-Staaten werden aufgefordert, auf einem gemeinsamen Treffen die nationalen Bemühungen zu bündeln. Das Gipfeldokument weist auf die Notwendigkeit hin, die Nutzung von Antibiotika für die Wachstumsförderung in der Viehzucht bei fehlender Risikoanalyse auslaufen zu lassen.

FDA schärft die Regeln an

Die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) veröffentlichte vergangene Woche neue Regeln, die den Einsatz von Antibiotika in der Haltung von Lebensmittel liefernden Tieren grundsätzlich der Aufsicht durch Veterinäre unterwirft. Der Tierarzt muss sich vor der Verordnung über den Gesundheitsstand der zu behandelnden Tiere informieren. Nach einer Übergangsfrist bis Dezember 2016 soll der wachstumsfördernde Einsatz von Antibiotika, die für die Humanmedizin wichtig sind, enden. Der stellvertretende FDA-Lebensmittelbeauftragte Michael Taylor sprach von einem wichtigen Schritt hin zu einem fundamentalen Wandel beim legalen Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. In der Europäischen Union sind antibiotische Leistungsförderer seit 2006 verboten.
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