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Goldener Reis: Zustimmung in der Bevölkerung wächst

von , am
23.06.2014

Der Greenpeace-Urvater Patrick Moore hat zusammen mit dem Forum Grüne Vernunft (FGV) in Berlin erneut für die Kampagne "Golden Rice Now" geworben und neue Umfrageergebnisse vorgestellt. Demnach wächst die Zustimmung in der Bevölkerung.

Sie kämpfen gemeinsam für die Zulassung des "Golden Rice" (v.l.n.r.): Dr. Herrmann Hänsel, Prof. Klaus Ammann, Michael Moore, Eileen Moore, Patrick Moore und Dr. Horst Rehberger. © T. Buthut
"Goldener Reis" – das hört sich nicht nur wertvoll an, sondern ist es nach Meinung der Entwickler auch – vor allem, was die Wirkung auf die Gesundheit des menschlichen Körpers betrifft. In den Neunziger Jahren entwickelte der Schweizer Wissenschaftler Ingo Potrykus den Goldenen Reis, mit zwei Genen aus Mais und einem aus einem Bakterium, die dem Reis zugefügt wurden. Dadurch produziert das Getreide Betacarotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Der Reis hat eine durch den höheren Betacarotin-Anteil goldene Farbe, was ihm auch seinen klangvollen Namen gibt.

Mittel gegen Erblindung

Etwa 250 Mio. Kinder weltweit leiden an Vitamin-A-Mangel, was zu Erblindung oder im schlimmsten Fall auch zum Tod führen kann. In den Entwicklungsländern könnte das Gen-Konstrukt, so die Idee des Entwicklers, in lokale Reissorten eingebaut und diese dann kostenlos an die dortigen Landwirte abgegeben werden. Dafür sorgt auch eine Vereinbarung der Erfinder mit dem Patentinhaber Syngenta. Der erhöhte Vitamin-A-Gehalt des Goldenen Reis kann die Mangelerscheinungen schon in geringen Mengen von nur 40 g täglich verhindern.
 

Trennung von Greenpeace

Patrick Moore kämpft für eine sofortige Zulassung des Goldenen Reis. © T. Buthut
Darauf macht auch der Greenpeace-Mitbegründer Patrick Moore immer wieder in Vorträgen und Ansprachen aufmerksam. Vor rund 30 Jahren hat Patrick Moore der Organisation den Rücken gekehrt. Moore sagt, er konnte die Greenpeace-Philosophie nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren. Und weiter: Die Beweggründe und Ziele, weswegen er Greenpeace mitgegründet habe, seien nicht mehr die gleichen, die die Umweltorganisation heute verfolge. Er sagt auf seine Greenpeace-Vergangenheit angesprochen: "Für mich ist Greenpeace nur noch ein Name für eine riesige Organisations-Maschinerie, die gegen den Goldenen Reis ist." Er wirft der Umweltorganisation mit der Verhinderung des Anbaus von Goldenem Reis "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor.
 

Das Geschäft mit der Angst

Greenpeace fährt zahlreiche Kampagnen gegen die Gentechnik und auch gegen den Goldenen Reis. Moore sagt, sie nutzen die Ängste vor Gentechnik und das Unwissen der Menschen über dieses Thema zu ihrem Vorteil. Greenpeace begründet die Kampagnen damit, dass der Goldene Reis zu wenig erforscht sei und ungeahnte Risiken für die Menschen berge. Außerdem sei eine bloße Bekämpfung des Vitamin-A-Mangels zu einseitig, denn häufig herrsche ein Mangel an mehreren Nährstoffen.
Patrick Moore entgegenet diesen Aussagen so: Wenn Forschung betrieben werde, versuche Greenpeace, diese mit Skandalen schlecht zu machen oder gar zu zerstören. Als Beispiel führt er eine Greenpeace-Aktion auf den Philippinen an, bei der 2012 angeblich einheimische Bauern die Versuchsfelder mit Goldenem Reis zerstörten. Moore vermutet, dass es sich tatsächlich um Aktivisten von Greenpeace handelte.
 

Neuer Aufwind

Patrick Moore will trotz des Gegenwindes weitermachen und für eine Zulassung des Goldenen Reis kämpfen. Das Problem ist: Noch immer fehlt die Zustimmung in der breiten Bevölkerung. Hier sitzen die Ängste vor der Gentechnik tief. Doch neue Umfrageergebisse deuten einen Stimmungswandel an. Eine im Juni 2014 durchgeführte Umfrage (durch dicomm erhoben) ergab, dass sich besonders in der Generation der 18- bis 29-jährigen mehr als zwei Drittel der Befragten für eine Zulassung des Goldenen Reis aussprachen. Das macht Patrick Moore optimistisch, weshalb er die Menschen weiterhin über den Goldenen Reis aufklären will.
 
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