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Importstopp: Finnische Molkerei vor Personalabbau

von , am
13.08.2014

Während in den europäischen Hauptstädten noch emsig gerechnet wird, wie hoch die Verluste durch das russische Einfuhrverbot für zahlreiche EU-Lebensmittel ausfallen könnten, steht für die finnische Molkerei Valio ein Personalbbau bereits außer Frage.

Die finnische Molkerei Valio verliert durch das russische Einfuhrverbot bis zu 20 Prozent ihres Umsatzes und plant einen Stellenabbau. © Valio
Valio exportierte im vorigen Jahr Milch und Milcherzeugnisse im Wert von umgerechnet 242 Millionen Euro nach Russland. Das entsprach fast einem Fünftel des gesamten Umsatzes. Damit ist für die Genossenschaft klar, dass eine Anpassung an das russische Einfuhrverbot für Molkereiprodukte aus der Europäischen Union nicht ohne Personalabbau bewerkstelligt werden kann. Konkret geht es nach Unternehmensangaben um die Standorte Haapavesi, Seinäjoki und Vantaa, wo insgesamt 800 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Die Niederlassung in Russland soll schrittweise stillgelegt werden, da die Warenbestände ausverkauft und nicht wieder aufgefüllt werden. Hingegen wird die Produktion in der Valio-Käserei in Russland fortgesetzt.

Morgen findet in Brüssel eine Verwaltungsausschuss-Sitzung statt. Darin sollen die Mitgliedstaaten der EU-Kommission möglichst konkrete Angaben über die Auswirkungen des russischen Importstopps vorlegen, um eventuelle Hilfsmaßnahmen zu beschließen. Mit einer sofortigen Entscheidung ist nicht zu rechnen.

Razzia wegen Geldwäsche

Valio macht aber nicht nur der Wegfall des wichtigen russischen Absatzmarktes Sorge. Unabhängig davon wurden gestern die Büros der finnischen Molkerei in Sankt Petersburg von russischen Spezialkräften durchsucht. Es besteht der Verdacht, dass Konten des Unternehmens zur Geldwäsche missbraucht wurden. Valio steht dabei nicht im Zentrum der Ermittlungen. Vielmehr soll eine Verbrecherorganisation aus Dagestan die Konten von 20 westlichen Firmen zu Geldwäschezwecken genutzt haben.
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