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Investitionsbereitschaft der Landwirte bleibt gedämpft

von , am
15.04.2015

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat das Konjunkturbarometer Agrar vom März 2015 vorgelegt. Danach hat sich die wirtschaftliche Stimmung in der deutschen Landwirtschaft seit dem starken Einbruch im zurückliegenden Herbst 2014 zwar stabilisiert, aber kaum verbessert.

© Antonia Küter
"Die Investitionsbereitschaft der Landwirte ist nochmals zurückgegangen, vor allem in der Tierhaltung. Wir haben Sorge, dass die derzeitige politische Diskussion um die Tierhaltung zur Innovationsbremse wird", erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied bei der Vorstellung der Ergebnisse am 15. April in Berlin. "Eine Weiterentwicklung und Verbesserung der Tierhaltung erfordert Investitionen und Innovationen", betonte der Bauernpräsident. Das für das kommende halbe Jahr geplante Investitionsvolumen fällt im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum aber um 1 Mrd. Euro geringer aus - von 6,1 auf 5,1 Mrd. Euro. Vor allem in Stallneubauten und Stalltechnik wird offenbar weniger investiert .
 
Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung (Dezember 2014) von 16,7 auf 21,2 Punkte leicht gestiegen. Im März 2014 lag dieser Wert noch bei 35,1 Punkten. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die künftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist gegenüber Dezember 2014 fast unverändert. Damit ist sie ähnlich ungünstig wie zuletzt Mitte des Jahres 2010.
 
Etwas optimistischer blicken Landwirte in die Zukunft. Mit dem Wert von 3,17 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe jedoch immer noch kritischer beurteilt als die aktuelle Lage (2,89 auf der Notenskala von 1 bis 5).
 
Vor allem die Milchbauern mit ihren Futterbaubetrieben schätzen ihre wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren wieder deutlich besser ein im Vergleich mit Dezember 2014. Hauptgrund dafür sind Erwartungen auf einen sich wieder erholenden Milchpreis.
 
Ackerbau- und Veredlungsbetriebe (Schweine- und Geflügelhaltung) kommen zu einer geringfügig ungünstigeren Einschätzung ihrer künftigen wirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zum Dezember 2014. Maßgebend für die aktuelle leichte Verbesserung der Stimmungslage sind die wieder etwas anziehenden Erzeugerpreise im tierischen Bereich (Milch, Rinder, Schweine). Wieder anziehende Einkaufspreise für Futter-, Düngemittel sowie Energie und Treibstoffe wirken diesem Trend allerdings entgegen.
 
Den größten belastenden Einfluss schreiben die Landwirte unverändert den hohen Pachtpreisen zu. Schlechter als im Dezember werden politische Rahmenbedingungen von den Bauern bewertet. Nach Einschätzung des DBV tragen die anstehende Novellierung der Düngeverordnung, die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und die Bürokratie der aktuellen Agrarreform derzeit zusätzlich zur Verunsicherung der Landwirte und ihrer starken Investitionszurückhaltung bei.
 
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur Stimmungslage im März 2015 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in Deutschland.
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