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KWS: Das Jahr der Zuckerrübe

von , am
16.10.2015

Das Geschäftsjahr 2014/15 war für die KWS Saat SE "das Jahr der Zuckerrübe". Das sagte Vorstandssprecher Hagen Duenbostel gestern auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt.

© KWS Saat SE
Ausschlaggebend war die ausgesprochen erfolgreiche Vermarktung herbizidtoleranter Rübensorten in Nordamerika. Der weltweite Umsatz von KWS mit Saatgut für Zuckerrüben stieg gegenüber dem Vorjahr um 14,4 Prozent auf 364,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in diesem Geschäftsbereich wuchs sogar um fast ein Drittel auf 93 Millionen Euro. In Europa will KWS voraussichtlich 2017/18 eine herbizidtolerante Zuckerrübe einführen, die nicht gentechnisch verändert wurde. Duenbostel ist sich sicher, dass diese Neuheit einen großen Beitrag leisten wird zur Konkurrenzfähigkeit des europäischen Zuckerrübenanbaus gegenüber dem Zuckerrohr.
 
Gemessen am Umsatz blieb der Mais aber auch 2014/15 die mit Abstand wichtigste Kultur für KWS. Die Erlöse stiegen in diesem Bereich um 5,5 Prozent auf 754,4 Millionen Euro. Erhöhte Vertriebs- und Forschungsaufwendungen schmälerten das Ergebnis allerdings von 100,9 Millionen auf 84,2 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Duenbostel mit Preisdruck im Maissaatgeschäft, weil sich bei KWS und anderen führenden Maiszüchtern nennenswerte Bestände aufgebaut haben. Mit Syngenta verlängerte KWS eine Lizenzvereinbarung zur Nutzung aktueller und künftiger gentechnisch veränderter Merkmale (Traits) von Mais.

Unabhängigkeit gewährleistet

Insgesamt konnte die KWS-Gruppe ihren Umsatz 2014/15 um 7 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro ausbauen. Das EBIT blieb mit 138 Millionen Euro praktisch unverändert. Die EBIT-Marge lag mit 10,9 Prozent über den ursprünglichen Erwartungen. Das Forschungsbudget wurde um 15,9 Prozent auf 173,8 Millionen Euro erhöht. Über alle Fruchtarten hinweg erhielt die KWS-Gruppe im Berichtszeitraum 429 Vertriebsgenehmigungen für neue Sorten, fast 100 mehr als im Vorjahr.
 
Wichtig für das Unternehmen, das gern seine Unabhängigkeit von großen Biotech-Konzernen hervorhebt: Der Großaktionär Dr. Arend Oetker hat seine Beteiligung von 25 Prozent der Stimmrechtsanteile an KWS Saat SE fast vollständig auf seine Nachkommen übertragen. Damit werden die Gründerfamilie Büchting und die Oetker-Erben auch künftig die Mehrheit an KWS halten, was dem Züchtungsunternehmen weiterhin ein Arbeiten erlauben sollte, das von der Hatz nach dem nächsthöheren Quartalsgewinn unbeeinflusst ist.
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