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Lely setzt auf Automation und Vernetzung

von , am
13.05.2015

Die Zukunft der Milchviehhaltung liegt in der Automation von Füttern und Melken sowie in der digitalen Vernetzung. Davon ist das Unternehmen Lely überzeugt.

In naher Zukunft werden die zahlreichen Daten des Einzeltieres, aus der Fütterung und vom Melkroboter vernetzt ausgewertet und dem Tierhalter jederzeit und an jedem Ort zur Verfügung stehen. © Lely
Im vergangenen Jahr konnte der niederländische Hersteller von Agrar-, Fütterungs- und Melktechnik seinen Umsatz um 5 Prozent auf 617 Millionen Euro steigern. Das Ende der Milchquote wird dem Familienunternehmen nach Einschätzung von Lely Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Schleicher in diesem Jahr ein dynamisches Umfeld bereiten. Langfristig seien die wirtschaftlichen Aussichten positiv, auch wenn viele Landwirte sich kurzfristig großen Herausforderungen gegenübersähen, so Schleicher kürzlich im Gespräch mit Agrarjournalisten in Iserlohn.
 
Seit 1992 installierte Lely weltweit 20.000 Melkroboter. Mit dem kürzlich auf den Markt gebrachten automatischen Fütterungssystem Vector soll die Automatisierung nun auch die Milchviehfütterung erreichen. Die Vernetzung der Fülle digitaler Daten, die während des Melkens, über Sensoren am Tier und den Fütterungsautomat erhoben werden, soll den Landwirt in die Lage versetzen, jederzeit alle wesentlichen Leistungs- und Gesundheitswerte eines jeden Tieres im Blick zu haben. Als Endgeräte kommen dabei zurzeit Computer, Tablets und Smartphones in Frage, so dass die wesentlichen Informationen im Büro und mobil verfügbar sind. In nicht allzu ferner Zukunft will Lely zudem die noch relativ neuen "Smartwatches", also Armbanduhren mit Computerfunktionen, und Systeme wie die Google Glass-Brille einbinden.
 
Da schon jetzt über 9.000 Milchviehbetriebe weltweit mit Lely-Melkrobotern ihre Leistungsdaten anonymisiert in die zentrale Lely-Datenbank "Benchmark" einspeisen, steht ihnen als Nutzen ein weltweites soziales Netzwerk von Milchviehbetrieben zur Verfügung, in dem sie ihre eigenen Leistungsdaten mit denen anderer Teilnehmer vergleichen können.
 
Aus diesem Datenfundus geht beispielsweise hervor, dass Spitzenbetriebe in Spanien und USA, die Lely-Melkroboter einsetzen, von September 2013 bis September 2014 mit 2.938 kg beziehungsweise 2.878 kg Milch pro Melkroboter und Tag deutlich höhere Milchmengen je Roboter erzeugten als in Deutschland mit 2.564 kg oder den Niederlanden mit 2.342 kg. Wesentlich niedrigere Kapazitätsauslastungen werden in Australien und Neuseeland mit 1.769 kg beziehungsweise 1.981 kg Milch pro Roboter und Tag erreicht. Die zehn besten Lely-Roboterbetriebe in Deutschland verzeichneten 2014 eine Milchleistung von rund 36 kg pro Kuh und Tag. Im Durchschnitt haben sie dabei 63 Kühe mit einem Roboter gemolken.
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